GanzTierisch_Blog

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Kategorie: Familie und Leben

  • 22.11.2025 Das Chaos geht in die nächste Runde

    Liebe Leser: Entschuldigt die Funkstille! Aufgrund der unten genannten Umstände und der Tatsache, dass meine Hauptbeschäftigung in den letzten Tagen die Welpen-Intensivpflege war, hatte ich schlichtweg keine Zeit, diesen Blog auch nur annähernd täglich zu verfassen. Aber jetzt: Vorhang auf für das Chaos!

    Am 14. November 2025 begann der Albtraum, wenn mein Mann um Punkt 4:15 Uhr (diese absolut sündige, gottverlassene Stunde, in der selbst die hartgesottensten Kaffeebohnen noch im Tiefschlaf liegen) plötzlich aus dem Bett katapultiert wird, dann ist klar: Wir haben eine Krise im pelzigen Management, Stufe Apokalypse!

    Ich, die morgens den Charme eines absoluten, ungekämmten Grinches besitzt und deren Standard-Betriebstemperatur mit flüssigem Stickstoff konkurriert, vollziehe einen menschlichen Blitzstart. Ich bin in einer fließenden Bewegung in meine Hose hineingeschmolzen und habe die Schallmauer durchbrochen, als ich meinem Mann hinterhersprintete, als wäre er der letzte Muffin auf Erden. Hosen anziehen und gleichzeitig die Augen öffnen? Multi-Tasking-Level 100!

    Raus in die arktische Kälte des Gartens! Und was hören meine noch schlaftrunkenen Ohren? DRAMA! Durch die geöffneten Fenster drang ein Ohren-betäubendes Jaulen, das klang, als hätte man Mariah Carey eine Zehe eingeklemmt. Aber Moment mal, wieso heulen meine Damen? Rosi sollte traumwandeln, und Trudi sollte höchstpersönlich 14 zuckersüße Babys mit mütterlicher Güte versorgen! Da standen wir nun. Mein Mann, ich, leicht unterkühlt, und blickten auf die Szene des Verbrechens: Trudi hatte sich durch den Zaun (einen Zaun, der gebaut wurde, um Canyons zu überwinden) durchgebuddelt! Ein Tunneling-Projekt, für das sie den Bauingenieurs-Nobelpreis verdient hätte. Sie war direkt zu ihrer Schwester, der eifersüchtigen Rosi, gerannt. Rosi fand die ungebetene Besucherin natürlich überhaupt nicht lustig. Ihre Augen sprachen Bände, denn Trudi hatte ja 14 Kinder von Pumba. Und Pumba war ganz klar Rosi’s Ehemann! Das war die Live-Ausstrahlung einer Netflix-Doku über die Dramaturgie einer Königsfamilie mit messerscharfen Krallen um 4:15 Uhr im Garten! 

    Sofort Loch zu! Loch? Das war ein 1 Meter tiefer und 60 Zentimeter breiter Graben! Nach der hektischen Reparatur ging es zur Schadensbegrenzung. Das Adrenalin saß beiden Hündinnen dermaßen in den Knochen, dass sie aussahen, als hätten sie gerade einen Marathon gegen einen Löwen gewonnen.

    Ende des Liedes: Ich saß mit der gezeichneten Trudi in der Tierklinik. Rosi, der Tasmanische Teufel, hatte nur zwei kleine Kratzer. Trudi hingegen wurde in der Klinik gnadenlos kahlgeschoren und sah nun weniger aus wie eine stolze Hundemama und mehr wie ein leicht zerknautschter Nacktmolch in Fellresten. Das wahre Drama aber war: Wegen der Medikamente bekam sie ein absolutes Säugeverbot. Das hieß: Die Durchschlafnächte sind offiziell, endgültig und brutal vorbei! Wir sind jetzt rund um die Uhr gefragte Zivildienstleistende in einem Flaschenfütterungs-Zwangslager für 14 kleine Diktatoren! Diese neue Realität führte zu einem beunruhigenden Nebeneffekt: Ich habe vergessen, dass ich auch essen muss. Mein Körper lief nur noch im „Survival-Modus: Betrieben mit Adrenalin und der Liebe zur Kreatur“. Während mein Mann in der glückseligen Außenwelt bei der Arbeit, mit trockenen Hosen und Erwachsenen-Gesprächen, war, stand ich hier, in der vordersten Front, im permanent unterbesetzten Krisengebiet. Das war der echte Spagat zwischen Kinder-Logistik, Hunde-Intensivstation und der Selbstständigkeit, die irgendwie noch existieren musste. Und reden wir kurz über die Hundewäsche. Mein Wäschekorb war in dieser Zeit ein Blick in die Abgründe der Biologie: Alles voll Pipi! Das Füttern ging irgendwie. Einer nach dem anderen (14 Stück!) wurde an die Flasche angelegt – ein 1,5-stündiges Gala-Dinner für Winzlinge. Mein Mann, der wahre Held, stellte seinen Wecker mitten in der Nacht – extra früher – um die Hundekinder vor der Arbeit zu versorgen. Aber dann kam das Milch-Dilemma: Trudi hatte so viel Milch, dass sie ein ganzes Alpen-Dorf hätte ernähren können. Die einzige Lösung: Abpumpen. Ich kann am Ende meines Lebens stolz sagen, dass ich den Punkt „eine Hündin melken, um eine Milchstau-Katastrophe abzuwenden“ von meiner Bucket List streichen kann. Erfüllt! Ich war die First Lady des Hündinnen-Melkstandes! Was für ein Chaos! Ich bin nicht sicher, ob ich mehr nach Pipi oder nach Muttermilch roch, aber eines war klar: Wir hatten den Spagat des Jahrhunderts gemeistert – zwischen Welpen-Intensivstation, Selbstständigkeit, Grinch-Sein am Morgen und der Entdeckung meiner neuen, besonderen Fähigkeit.

    Aber nun, meine Lieben, kommt die erlösende Nachricht: Heute ist der 22.11.2025. Und nach gefühlten zwei Ewigkeiten ist das Licht am Ende des Flaschen-Tunnels in Sicht!

    Ab morgen früh darf Trudi endlich wieder zu ihren Babys!

    Es bleibt nur noch eine einzige, letzte, allerletzte Horror-Nacht der Flaschenfütterung zu überstehen. Die Normalität hat uns wieder, wenigstens ein kleines bisschen.

     Haben Sie Fragen?

    Wenn ich 14 Flaschen-Welpen, drei Menschenkinder, eine Tierklinik-Rechnung und eine melkbedürftige Hündin jonglieren kann – dann kann ich definitiv auch Ihre Fragen zur Tierernährung beantworten!

    Herzliche, wenn auch leicht übermüdete, Grüße vom Bärchenhof,

    Ihre Franziska Walter (Die Melkmeisterin kurz vor dem Feierabend) 

    Guten Appetit! Und falls ihr heute auch vergessen habt zu essen, denkt daran: Adrenalin ist keine Hauptmahlzeit!

    Wichtiger Hinweis der Autorin:

    Und ganz im Ernst (nur für eine Sekunde):

    Es ist bei diesem Chaos-Marathon niemand – weder Mensch noch Tier (außer Trudis Fell an den geschorenen Stellen) – ernsthaft zu Schaden gekommen. Alle Beteiligten sind wohlauf.

    Die hier beschriebene Achterbahnfahrt der Gefühle und die Zahlen (Milch für ein Alpendorf, Netflix-Doku, etc.) sind natürlich der literarischen Übertreibung geschuldet. Ohne ein bisschen humoristisches Drama würde das Ganze ja beim Lesen keinen Spaß machen!

    Vielen Dank fürs Mitfiebern!

  • 13.11.2025 Ein Tag im Zoo? Nein, nur mein Alltag

    Wenn ich morgens aufstehe, fühlt sich mein Leben oft an wie ein Survival-Training, welches von Mini-Kommandeuren geleitet wird. 

    Heutige Mission: Überlebe 24 Stunden, verliere keine Welpen, vergiss kein Kind und sieh nicht aus, wie ein Zombie. 

    Phase 1: Der morgendliche Angriff (6.00 Uhr – 9.00 Uhr)

    Der Wecker klingelt. Oder war das das Geräusch eines Kindes, das gerade versucht Tote aufstehen zu lassen, da sein Nuckel aus dem Bett gefallen ist? Egal. Mein persönlicher Gamechanger: Mentamin aus der Humanproduktreihe von Reico. Erste Priorität flauschige Piranhas versorgen. Das bedeutet: Füttern, Chaos beseitigen und Welpen TÜV (Ist alles noch dran?;-)) durchführen. Kaum sind die Zwerge ruhiggestellt (für ca. 5 Minuten), beginnt die Kinderlogistik. Das große Kind (Schulkind, schon fast ein Pubertier) muss zur Schule. Während ich noch seine Zahnpasta aus dem Waschbecken kratze, ziehen zwei Kita-Kids ihre morgendliche Kunstperformance in Form eines erneuten Wutanfalls durch. Ich sag´s euch, ich bin schon vor 9 Uhr reif für eine Belohnungsbrezel.   

    Phase 2: Selbstständigkeit, Tierarzt und Co.  (9.00 – 13.45Uhr)

    Schnell zu einem Termin (beachtliche 50 min. Fahrtweg liegen zwischen unserer Einöde und einer vernünftigen Stadt). Während der Autofahrt die ersten Kundenanrufe. Natürlich habe ich eine Freisprecheinrichtung im Auto. Die allerdings mehr schlecht als recht funktioniert. Also bleibt nur Hörer zwischen Kopf und Schulter klemmen, nebenbei wichtige Notizen aufschreiben, oh ja, blinken nicht vergessen. Mein Gehirn rattert noch: Irgendwas habe ich vergessen. Was war es bloß? 

    Nach dem Termin eile ich wieder nach Hause, um dort vier Babybärchen in einen Karton zu packen. (Wer bitte braucht schon Transportboxen, wenn die Post doch gerade neue Pakete von Reico gebracht hat?) Diese vier Wuselwichte fahren heute stellvertretend für die gesamte Truppe zum Tierarzt. Der Tierarztbesuch verlief unkompliziert und schnell. Genauso schnell saßen wir also wieder im Auto, auf dem Weg nach Hause. Zuhause das Auto geparkt, mein Gehirn hatte sich wohl mit unserem hausinternen W-Lan verbunden und meldete: Fehler! Du solltest einkaufen! Shit. Na gut, nun wir werden nicht verhungern. Gibt es eben mal nicht die Lieblingswurst aufs Brot (neuer Ärger vorprogrammiert). Wusellinge ausgeladen, schnell ein TK Gericht in eine Pfanne geschmissen, pi mal Auge Milch drauf. Schnell mal die Waschmaschine erneut anstellen, die Wäsche liegt schon seit gestern darin. Zurück, oh man, TK Gericht angebraten. Toll. Herd ausmachen, Jacke an. Neue Phase.

    Phase 3: Die große Kinder-Rückholaktion (13.45 Uhr- 18.00 Uhr)

    Zwei Kinder aus der Kita einsammeln. Schnell erledigt? Denkste. Kind 1 hat wohl nicht geschlafen, zieht es also vor heute den gesamten Gardedrobenbereich zusammen zu jaulen, anstatt sich von mir in den Schneeanzug stopfen zu lassen. Spießig gaffende Eltern gucken auf mich herab, währenddessen ich versuche, Kind 2 zu überreden, sich selbst die Schuhe anzuziehen. Geschafft, mehr oder weniger. Die ürbiggebliebenen Kleidungsstücke nehme ich einfach unter den Arm. Alle Kinder im Auto angeschnallt, klingelt mein Telefon. Das Pubertier. Er hat den Bus verpasst, ich solle ihn bei Oma abholen. „Natürlich mein Kind! Bin gleich da.“, sagte ich und gab mir die größte Mühe freundlich zu bleiben. (Er kann ja nichts für meinen Stress)

    Endlich alle Kinder zuhause. Ich schalte das Tablett an und positioniere Kekse in der Küche. Bevor ich laut meinen Satz ausgesprochen habe: “ ES GIBT KEKSE!“ Sind die Gremlins schon da. Als wenn der Duft von trockenen Keksen durchs ganze Haus ziehen würde. So, alle einmal ruhiggestellt.  Schnell (Schnell Haha!) neue Runde Welpenalarm. Nebenbei Telefon am Ohr.  Kinder Abendbrot? Fehlanzeige. Zwei Kekspackungen sind alle. Ok. Dann gibt es wenigstens keine Diskussionen über die Wurst 😉 

    Phase 4: Endspurt und Feierabend… äh… Endlosschleife (18.00 – 23.30 Uhr)

    Kaum herrscht Ruhe (HAHA!) starte ich mein Online-Meeting. Mit Kopfhörern und der festen Hoffnung, dass niemand im Hintergrund rumtanzt und „MAAAAAMAAAA!“ ruft. 

    Das letzte Kind ist im Bett. Puh!  Nein, leider nicht. Welpen-Schicht-die Dritte: wiegen, füttern, wiegen, in den Karton, Decke raus, sauber machen, frische Decke rein, kuscheln, Welpen schlafen legen. 

    22.30 Uhr: Der Held des Alltags, mein Mann kommt von der Arbeit nach Hause. Er fragt: „Wie war dein Tag?“

    Ich antworte: „Habs überlebt.“

    Eltern sein – Fulltime Job. 

    Welpen aufziehen -Fulltime Job.

    Selbstständigkeit – Fulltime Job.

    Alles zusammen ist Quantenphysik in einem Sandkasten. Aber hey, die Welpen sind gesund. Alle Kinder leben noch und ich hab heute mehr Kalorien verbrannt, als Andere in einem Monat Fitnessstudio;-)

    Gute Nacht ihr Lieben! 

  • 11.11.2025 Wie alles begann

    Aller erster Blogeintrag. Nicht nur auf dieser Website – sondern auch für mich. Entschuldigt also bitte, wenn mir hier und da ein Strukturfehler passiert. Wie immer im Leben heißt es auch hier: „Einfach machen. Im schlimmsten Fall wird es eine Erfahrung.“ 😉

    Heute ist der 11.11.2025 – Karnevalsbeginn. Für mich ist hier immer ein bisschen Karneval. Bei drei Menschenkindern, einem Mann (nein, wir lästern hier nicht über Männer;-)), vier erwachsenen Hunden und derzeit 14 Babybärchen ist es immer irgendwo laut, bunt, wild und meistens lustig. Aber das ist ein anderes Thema. Heute möchte ich euch erstmal erzählen, wie alles begann. 

    Alles fing vor vielen Jahren mit meinem Hund an. Ich war 18 Jahre alt und hatte einen kleinen Beagle, namens SAM. Wie es hier, uffn Dorp, so üblich ist, wohnte ich noch bei meinen Eltern. An einem recht frischem Apriltag fand in diesem kleinen beschaulichen Dorf ein Osterfeuer statt. Natürlich war es mehr als Pflicht, mit meinem, immer noch pubertierendem ICH, zum Osterfeuer zu gehen. Es war inzwischen stockdunkel, nur der Schein des Feuers erhellte die Gesichter. Da stand ich nun, mit meinem Hund an der Leine. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch fehl am Platze fühlt? Alle reden miteinander, nur mit euch redet irgendwie niemand? Ja, genau, so stand ich da. Die Dorfjugend wollte von mir nichts wissen, ich war schließlich die Neue. Erst ein paar Jahre zuvor sind wir aus Berlin dort hin gezogen. Und damit war ich nicht nur uncool, sondern der Außenseiter. 

    Doch dann kam ein Mann auf mich zu. Wie gesagt, es war ja dunkel. Ich sah aber im Schein des Feuers, wie er sich männertypisch aufrichtete, sich und seinen Körper in Form brachte, um dann voller fehlendem Charme zu sagen: „Ich will deinen Hund!“. Ich hatte diesen Mann noch nie vorher gesehen. Beachtlich in einem 100 Seelen Dorf. Aber ich antworte blitzschnell: „Dann musst du mich mitnehmen!“ Manche von euch werden jetzt denken, oh so etwas zu einem fremden Mann zu sagen, aber wie gesagt, wir sind hier uffn Dörp, da nimmt es nicht so ernst. Womit ich nicht rechnete war seine Antwort, die ebenso blitzschnell aus ihm heraus prasselte und mich zum nach Hause gehen bewegte: “ Ja, klar! Du kannst bei mir putzen kommen!“ 

    Ende der Geschichte, heute hat er mich und den Rest meines Rudels an der Backe. Nur putzen tue ich nicht. 😉