Heute war so ein Tag, an dem das Leben alle Facetten gezeigt hat – von purer Freude bis zu tiefen Sorgen. Eigentlich stand alles im Zeichen der Feier: Unser großes Kind wurde stolze 11 Jahre alt!
Der Morgen startete magisch: Geschenke, Kerzen, strahlende Augen – ein perfekter Start in den Ehrentag. Doch das Glück musste warten: Nach dem Frühstück ging unser großes Kind pünktlich in die Schule. Und dann begann der Wahnsinn, den nur die Selbstständigkeit im Home-Office kennt.
Während das Geburtstagskind in der Schule war, mein Mann – eigentlich krankgeschrieben – mit dem kleinen Kind daheim war, verbrachte ich den halben Vormittag telefonierend draußen, weil Ruhe im Haus momentan ein Fremdwort ist. Ich dachte, die „draußengestaltete“ Distanz, wohlgemerkt bei 2 Grad Außentemperatur, würde für ungestörtes Arbeiten sorgen. Falsch gedacht!
Als ich zurückkam, hatte sich in der Küche ein eigenes kleines Drama abgespielt: Unser Zweijähriger hatte die Gunst der Stunde genutzt und den sorgfältig vorbereiteten Geburtstagsteller des großen Kindes – das in der Schule nichts ahnte – komplett leer gefuttert! Feine kleine Süßigkeiten, sorgfältig arrangiert – weg! Das ist natürlich ein Desaster, das das Geburtstagskind nach seiner Rückkehr erwartete. Aber man muss auch die positiven Dinge sehen: Immerhin hat der kleine Räuber das Papier und die Verpackungen danach ordnungsgemäß im Mülleimer entsorgt! Ein echtes Talent für Ordnung, aber leider erst nach dem Chaos.
Der Ärger um den Teller war gerade halbwegs verdaut, als nach der Schule die Stimmung endgültig kippte. Der Geburtstagstrubel war vorbei, und die Ansage kam: Das Zimmer muss aufgeräumt werden. Ordnung halten ist bekanntermaßen nicht seine Lieblingsbeschäftigung, und so fand der glückliche Elfjährige sich plötzlich im Tränen-Drama wieder. Ein ganz normales, herzerwärmendes Familiendrama mitten im Chaos.
Unser tapferer Pumba erholt sich glücklicherweise weiterhin gut von der Kastration. Aber heute hat uns das Leben eine unerwartete Kurve zugespielt, die alle Sorgen um Teller und Aufräum-Dramen in den Hintergrund drängte: Mein Papa musste unerwartet ins Krankenhaus.
Die Sorge ist riesig und ich musste sofort los. Und dann kam das nächste Problem: Mein eigener „Pampersbomber“ – der Wagen, in dem jeder seinen Müll liegen lässt, Schokolade in die Sitze einmassiert wird und Wasser oder Brause ganz aus Versehen auskippt – steht gerade in der Werkstatt. Mein Mann fährt das sprichwörtliche „Wohnzimmer“ auf vier Rädern – ein Auto, das ihm heilig ist und bei dem ich schon ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich nur ein Haar verliere.
Aber er zögerte keine Sekunde. Als ich nach dem Schlüssel griff, weil ich wusste, ich würde jetzt schneller fahren, als es für sein heiliges Auto gesund wäre, sagte er nur: „Mausi, das ist nicht der Bus.“ Ich nickte und sagte: „Ich weiß.“ Und schon war ich unterwegs. Ich war erst spät abends wieder zu Hause. Eine Schocksituation, in der man kurz den Boden unter den Füßen verliert.
In so einer emotionalen Ausnahmesituation sieht man, wer wirklich trägt. Ich bin so unendlich dankbar, dass ich meinen Partner an meiner Seite habe. Er ist mein Anker, mein Fels in der Brandung – vor allem in den Momenten, wenn ich nicht mehr weiterweiß. Auch wenn wir nicht verheiratet sind, ist diese Gewissheit unbezahlbar.
Obwohl er selbst krankgeschrieben ist und sich hätte schonen sollen, hat er keine Sekunde gezögert. Er übernahm nicht nur die Betreuung unserer zwei- und vierbeinigen Kinder (inklusive Pumba-Aufsicht und Welpen-Management), sondern sorgte dafür, dass der Geburtstag für das große Kind trotz meiner Abwesenheit ein glückliches Ende fand. Er hat diesen Tag gerettet und mir den Rücken freigehalten, damit ich bei meinem Papa sein konnte.
Das ist die wichtigste Erkenntnis dieses Tages: All das oberflächliche Chaos – die Unordnung, der Stress mit den Welpen, die Blog-Themen – verblasst, wenn die Basis stimmt. Wir sind tief dankbar für die Liebe und die unerschütterliche Partnerschaft. Die Gewissheit, dass wir diesen Wahnsinn gemeinsam tragen, ist unser größtes Geschenk. Nach einem Tag, an dem ich selbst noch nicht einmal dazu kam, etwas zu essen, hoffen wir von Herzen auf gute Nachrichten von meinem Papa. Morgen geht es weiter, aber als Team sind wir bereit für alles.


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