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04.04.2026 Von Bus-Tetris, dem „Vernunft-Radius“ und der Kunst, seine Seele für fünf Minuten Stille zu verkaufen


​Hand aufs Herz: Wer schon mal mit drei Kindern und einem Hund in einem T5 übernachtet hat, weiß, dass das Wort „Urlaub“ eigentlich eine reine Schutzbehauptung ist. In Wahrheit ist es eine Mischung aus logistischem Hochleistungssport und einem sozialen Experiment unter erschwerten Bedingungen. Wenn morgens die erste Sonne durch die Ritzen der Verdunklung blinzelt, weißt du nicht, ob du zuerst tief einatmen willst – was man angesichts der „authentischen“ Luft im Bus nach einer Nacht mit fünf Lebewesen besser lassen sollte – oder ob du versuchst, deine Gliedmaßen zu sortieren, die sich über Nacht mit Kindersitzen und Hundepfoten verknotet haben. Es gab Momente in diesen letzten Tagen, da hätte ich für fünf Minuten absolute Stille und eine Dusche, in der ich mich tatsächlich umdrehen kann, ohne mit dem Ellenbogen gegen die Kühlbox zu knallen, meine Seele verkauft. Sofort. Ohne mit der Wimper zu zucken. Stattdessen gab es nachts Knie im Rücken, Schnarchen im Ohr und eine Frisur am nächsten Morgen, die selbst im Bärenwald als „naturgetreue Tarnung“ durchgegangen wäre. Auf Äußerlichkeiten lege ich im Alltag sowieso keinen Wert, aber das war ein ganz neues Level von „Wildnis“.


​Unsere Tour hat uns unter anderem in den Bärenwald und den Elefantenpark geführt. Gerade die Elefanten haben mich so tief bewegt, dass ich diese Eindrücke gar nicht zwischen Tür und Angel abhandeln kann; da ist so viel in mir passiert, dass dieser Park bald einen ganz eigenen, ungeschönten Beitrag von mir bekommen wird.

Weniger anmutig als die Elefanten war allerdings unser Littlefoot am Hang. Wer ihn kennt, weiß: Der Gute ist auf einem Auge blind. Als wir einen steilen, laubbedeckten Hang hochkletterten, war er im Übereifer so sehr damit beschäftigt, den Gipfel zu stürmen, dass er unser Kind im blauen Hut schlichtweg aus seinem Sichtfeld radiert hat. Er hat es mit vollem Karacho umgemäht. Fazit des Tages: Entweder braucht der Hund eine Brille oder das Kind einen Sturzhelm. Zum Glück ist außer einem ordentlichen Schreck und viel Gelächter nichts passiert und Littlefoot ist danach stolz wie Oskar weitergeklettert, als wäre er der unangefochtene König der Berge.


​Mein Mann, der in unserem Leben die Vernunft quasi gepachtet hat, gab mir für die Fahrt übrigens eine sehr deutliche Ansage mit auf den Weg. Da unser T5 mit der gerissenen Frontscheibe und dem kaputten Motorteil aktuell eher einem rollenden Lazarett gleicht, hieß es: „Fahr bloß nicht zu weit! Maximaler Radius: Nicht bis nach Berlin!“ Ich habe natürlich artig genickt und die Rolle der einsichtigen Ehefrau perfekt gespielt. Dass wir in Mecklenburg-Vorpommern geblieben sind, war ja technisch gesehen die Wahrheit. Dass mein Navi bei der Heimreise gestern Abend aber plötzlich 150 Kilometer anzeigte, war dann so ein kleiner „Hoppla“-Moment. Das ist nämlich exakt die Distanz bis nach Berlin, nur eben in die andere Richtung. Aber pssst… was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Das Auto hat gehalten, die Kinder haben gelacht, und mein kleiner Ausbruch aus dem Vernunft-Radius bleibt unser Geheimnis.
​Heute, am Ostersamstag, herrscht hier endlich die große „Schlafanzug-Starre“. Die Jungs liegen wie gestrandete Robben auf dem Sofa und schauen „Stockmann“, während die Prinzessin ihren wohlverdienten Schönheitsschlaf zelebriert. Ein herrlicher Kontrast zum Bus-Chaos der letzten Tage! Aber die Ruhe trügt, denn später geht’s zur Schwiegermutter. Das wird quasi unser offizieller Überlebens-Check, um zu beweisen, dass meine verrückten Ideen niemanden ernsthaft beschädigt haben und alle Kinder noch vollzählig und bei bester Gesundheit sind. Danach verwandeln wir die Küche in eine Osterhasen-Zentrale: Eier kochen und bemalen steht an, damit der Osterhase die Kunstwerke heute Nacht abholen und morgen im hoffentlich trockenen Garten beim Opa verstecken kann. Am Montag machen wir dann einen Abstecher nach Wismar in den Tierpark und treffen Freunde von der Insel Fehmarn. Die Hunde bleiben diesmal entspannt im Garten und freuen sich schon jetzt auf ihre ganz persönlichen Ostergeschenke: Es gibt Lammfüße von Reico.
​Währenddessen geht der T5-Marathon in die nächste Runde: Heute verarztet mein Mann mit einem Kumpel hoffentlich erfolgreich den Motor, am Dienstag gibt’s bei Carglass endlich wieder klaren Durchblick ohne Riss und am Donnerstag wartet der Moment der Wahrheit beim TÜV. Der Termin ist zwar schon ein „kleines bisschen“ drüber, aber wir bleiben Optimisten. Wenn die Plakette klebt, rollen wir nächstes Wochenende wieder los, grobe Richtung Leipzig. Dieses Mal begleitet uns Rosi. Es warten Interessenten auf sie, aber ich sage es euch gleich: Rosi ist kein Paket. Wir schauen uns das ganz genau an. Nur wenn die Chemie überdimensional stimmt, darf sie dort bleiben. Wenn nicht? Dann hüpft sie am Sonntag wieder mit uns in den Bus und wir hatten einfach einen schönen Familienausflug. Eher unwahrscheinlich, dass ich heute ohne bunte Farbflecken an den Fingern in mein Bett gehe – aber absolut sicher, dass wir diese chaotischen, echten Momente gegen nichts in der Welt eintauschen würden.


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​Frohe Ostern euch allen!
Eure Franzi

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