GanzTierisch_Blog

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Autor: GanzTierisch

  • 13.11.2025 Ein Tag im Zoo? Nein, nur mein Alltag

    Wenn ich morgens aufstehe, fühlt sich mein Leben oft an wie ein Survival-Training, welches von Mini-Kommandeuren geleitet wird. 

    Heutige Mission: Überlebe 24 Stunden, verliere keine Welpen, vergiss kein Kind und sieh nicht aus, wie ein Zombie. 

    Phase 1: Der morgendliche Angriff (6.00 Uhr – 9.00 Uhr)

    Der Wecker klingelt. Oder war das das Geräusch eines Kindes, das gerade versucht Tote aufstehen zu lassen, da sein Nuckel aus dem Bett gefallen ist? Egal. Mein persönlicher Gamechanger: Mentamin aus der Humanproduktreihe von Reico. Erste Priorität flauschige Piranhas versorgen. Das bedeutet: Füttern, Chaos beseitigen und Welpen TÜV (Ist alles noch dran?;-)) durchführen. Kaum sind die Zwerge ruhiggestellt (für ca. 5 Minuten), beginnt die Kinderlogistik. Das große Kind (Schulkind, schon fast ein Pubertier) muss zur Schule. Während ich noch seine Zahnpasta aus dem Waschbecken kratze, ziehen zwei Kita-Kids ihre morgendliche Kunstperformance in Form eines erneuten Wutanfalls durch. Ich sag´s euch, ich bin schon vor 9 Uhr reif für eine Belohnungsbrezel.   

    Phase 2: Selbstständigkeit, Tierarzt und Co.  (9.00 – 13.45Uhr)

    Schnell zu einem Termin (beachtliche 50 min. Fahrtweg liegen zwischen unserer Einöde und einer vernünftigen Stadt). Während der Autofahrt die ersten Kundenanrufe. Natürlich habe ich eine Freisprecheinrichtung im Auto. Die allerdings mehr schlecht als recht funktioniert. Also bleibt nur Hörer zwischen Kopf und Schulter klemmen, nebenbei wichtige Notizen aufschreiben, oh ja, blinken nicht vergessen. Mein Gehirn rattert noch: Irgendwas habe ich vergessen. Was war es bloß? 

    Nach dem Termin eile ich wieder nach Hause, um dort vier Babybärchen in einen Karton zu packen. (Wer bitte braucht schon Transportboxen, wenn die Post doch gerade neue Pakete von Reico gebracht hat?) Diese vier Wuselwichte fahren heute stellvertretend für die gesamte Truppe zum Tierarzt. Der Tierarztbesuch verlief unkompliziert und schnell. Genauso schnell saßen wir also wieder im Auto, auf dem Weg nach Hause. Zuhause das Auto geparkt, mein Gehirn hatte sich wohl mit unserem hausinternen W-Lan verbunden und meldete: Fehler! Du solltest einkaufen! Shit. Na gut, nun wir werden nicht verhungern. Gibt es eben mal nicht die Lieblingswurst aufs Brot (neuer Ärger vorprogrammiert). Wusellinge ausgeladen, schnell ein TK Gericht in eine Pfanne geschmissen, pi mal Auge Milch drauf. Schnell mal die Waschmaschine erneut anstellen, die Wäsche liegt schon seit gestern darin. Zurück, oh man, TK Gericht angebraten. Toll. Herd ausmachen, Jacke an. Neue Phase.

    Phase 3: Die große Kinder-Rückholaktion (13.45 Uhr- 18.00 Uhr)

    Zwei Kinder aus der Kita einsammeln. Schnell erledigt? Denkste. Kind 1 hat wohl nicht geschlafen, zieht es also vor heute den gesamten Gardedrobenbereich zusammen zu jaulen, anstatt sich von mir in den Schneeanzug stopfen zu lassen. Spießig gaffende Eltern gucken auf mich herab, währenddessen ich versuche, Kind 2 zu überreden, sich selbst die Schuhe anzuziehen. Geschafft, mehr oder weniger. Die ürbiggebliebenen Kleidungsstücke nehme ich einfach unter den Arm. Alle Kinder im Auto angeschnallt, klingelt mein Telefon. Das Pubertier. Er hat den Bus verpasst, ich solle ihn bei Oma abholen. „Natürlich mein Kind! Bin gleich da.“, sagte ich und gab mir die größte Mühe freundlich zu bleiben. (Er kann ja nichts für meinen Stress)

    Endlich alle Kinder zuhause. Ich schalte das Tablett an und positioniere Kekse in der Küche. Bevor ich laut meinen Satz ausgesprochen habe: “ ES GIBT KEKSE!“ Sind die Gremlins schon da. Als wenn der Duft von trockenen Keksen durchs ganze Haus ziehen würde. So, alle einmal ruhiggestellt.  Schnell (Schnell Haha!) neue Runde Welpenalarm. Nebenbei Telefon am Ohr.  Kinder Abendbrot? Fehlanzeige. Zwei Kekspackungen sind alle. Ok. Dann gibt es wenigstens keine Diskussionen über die Wurst 😉 

    Phase 4: Endspurt und Feierabend… äh… Endlosschleife (18.00 – 23.30 Uhr)

    Kaum herrscht Ruhe (HAHA!) starte ich mein Online-Meeting. Mit Kopfhörern und der festen Hoffnung, dass niemand im Hintergrund rumtanzt und „MAAAAAMAAAA!“ ruft. 

    Das letzte Kind ist im Bett. Puh!  Nein, leider nicht. Welpen-Schicht-die Dritte: wiegen, füttern, wiegen, in den Karton, Decke raus, sauber machen, frische Decke rein, kuscheln, Welpen schlafen legen. 

    22.30 Uhr: Der Held des Alltags, mein Mann kommt von der Arbeit nach Hause. Er fragt: „Wie war dein Tag?“

    Ich antworte: „Habs überlebt.“

    Eltern sein – Fulltime Job. 

    Welpen aufziehen -Fulltime Job.

    Selbstständigkeit – Fulltime Job.

    Alles zusammen ist Quantenphysik in einem Sandkasten. Aber hey, die Welpen sind gesund. Alle Kinder leben noch und ich hab heute mehr Kalorien verbrannt, als Andere in einem Monat Fitnessstudio;-)

    Gute Nacht ihr Lieben! 

  • 12.11.2025 -In der Realität ist die Wirklichkeit ganz anders

    19:45 Uhr – der Endgegner ist besiegt;-). Eltern kennen das. Der Moment, in dem das letzte Kind abends die Zimmertür von innen zumacht und sie dann endgültig geschlossen bleibt. Puh, geschafft! Kurz durchatmen. Die nächste Schicht wartet schon.  Jetzt heißt es Ziegenmilch kochen und 14 Bärchenbabys satt machen. Unsere Trudi hat dank der Naturkraftprodukte so viel Milch, dass sie ein ganzes Dorf satt machen könnte. Aber gegen die 1Kg Kinder haben die Kleinen mit ihren 500 g keine Chance. Und so lege ich alle zwischendurch an die Flasche, dann weiß ich wenigstens, wie viel ein Jeder getrunken hat und Mami Trudi hat mal kurz Pause. Das ist wichtig für sie, wollen wir doch, dass sie lange motiviert genug bleibt, sich um alle zu kümmern. 

    Alle  Bärchen entwickeln sich prächtig. Natürlich gibt es in den ersten Tagen immer mal ein paar Sorgenkinder, aber die Kurve geht nun deutlich nach oben. So soll das sein. Trudi frisst mir derzeit die Haare vom Kopf. Die Kinder fordern ihren Tribut. Momentan bekommt sie zum Erhaltungsbedarf nochmal 80% zusätzlich. Auch das darf so sein. Sie soll schließlich nach Laktation genauso fit aussehen, wie vor der Schwangerschaft. Zusätzlich erhält sie Naturkraft Produkte. 

    Da stehe ich nun, einem nach dem anderem pumpe ich die Milch hinein. Wenn sie jetzt so schön satt sind, schlafen sie prächtig. Und während sie da so liegen, erinnern sie mich jedes Mal aufs Neue, an die dicke Maus von Cinderella. 😉 

    So, alle satt. Trudi auch satt. Der Rest des Rudels, gerade der dicke Pumba (nein, natürlich ist er nicht dick. Mein Mann würde sagen: „Er ist nur dick angezogen“ 😉 ), ist wohl nie satt. Er ist höchstwahrscheinlich im falschen Körper geboren, trägt aber wenigstens den richtigen Namen – Pumba, das Warzenschwein;-) 

    Nun weiter dritte Schicht. Mein Studium wartet. Puh! So glaubte ich doch, 20 Monate, angesetzt von der Fernschule, seien zu lang. Überzeugt davon, dass ich in meinen Schuljahren immer gute Noten hatte, ging ich etwas leichtfertig, ja ich will fast sagen großkotzig, an dieses Thema ran. Nach dem ersten durchgelaufenen Studienmonat hat mich die Wirklichkeit wieder eingeholt. Mein Gehirn hat eindeutig gemeldet, dass zwischen heute und der Schullaufbahn mal vergessene 15 Jahre liegen, in denen meine Auffassungsgabe wohl deutlich geschrumpft ist 😉 tja, es hilft alles nichts. Ich wollte es ja so. Also heißt es nun, lateinische Fachbegriffe der Tiermedizin auswendig lernen.  

  • 11.11.2025 Wie alles begann

    Aller erster Blogeintrag. Nicht nur auf dieser Website – sondern auch für mich. Entschuldigt also bitte, wenn mir hier und da ein Strukturfehler passiert. Wie immer im Leben heißt es auch hier: „Einfach machen. Im schlimmsten Fall wird es eine Erfahrung.“ 😉

    Heute ist der 11.11.2025 – Karnevalsbeginn. Für mich ist hier immer ein bisschen Karneval. Bei drei Menschenkindern, einem Mann (nein, wir lästern hier nicht über Männer;-)), vier erwachsenen Hunden und derzeit 14 Babybärchen ist es immer irgendwo laut, bunt, wild und meistens lustig. Aber das ist ein anderes Thema. Heute möchte ich euch erstmal erzählen, wie alles begann. 

    Alles fing vor vielen Jahren mit meinem Hund an. Ich war 18 Jahre alt und hatte einen kleinen Beagle, namens SAM. Wie es hier, uffn Dorp, so üblich ist, wohnte ich noch bei meinen Eltern. An einem recht frischem Apriltag fand in diesem kleinen beschaulichen Dorf ein Osterfeuer statt. Natürlich war es mehr als Pflicht, mit meinem, immer noch pubertierendem ICH, zum Osterfeuer zu gehen. Es war inzwischen stockdunkel, nur der Schein des Feuers erhellte die Gesichter. Da stand ich nun, mit meinem Hund an der Leine. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch fehl am Platze fühlt? Alle reden miteinander, nur mit euch redet irgendwie niemand? Ja, genau, so stand ich da. Die Dorfjugend wollte von mir nichts wissen, ich war schließlich die Neue. Erst ein paar Jahre zuvor sind wir aus Berlin dort hin gezogen. Und damit war ich nicht nur uncool, sondern der Außenseiter. 

    Doch dann kam ein Mann auf mich zu. Wie gesagt, es war ja dunkel. Ich sah aber im Schein des Feuers, wie er sich männertypisch aufrichtete, sich und seinen Körper in Form brachte, um dann voller fehlendem Charme zu sagen: „Ich will deinen Hund!“. Ich hatte diesen Mann noch nie vorher gesehen. Beachtlich in einem 100 Seelen Dorf. Aber ich antworte blitzschnell: „Dann musst du mich mitnehmen!“ Manche von euch werden jetzt denken, oh so etwas zu einem fremden Mann zu sagen, aber wie gesagt, wir sind hier uffn Dörp, da nimmt es nicht so ernst. Womit ich nicht rechnete war seine Antwort, die ebenso blitzschnell aus ihm heraus prasselte und mich zum nach Hause gehen bewegte: “ Ja, klar! Du kannst bei mir putzen kommen!“ 

    Ende der Geschichte, heute hat er mich und den Rest meines Rudels an der Backe. Nur putzen tue ich nicht. 😉