GanzTierisch_Blog

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Kategorie: Meine Erfahrungen mit den Tieren

  • 21.01.2026Kofferberge und Zukunftsgedanken: Eine Flucht aus dem Alltag

    Willkommen in meiner Welt am 21. Januar! Wenn mein Leben ein Buch wäre, hieße das aktuelle Kapitel wohl: „Wie ich lernte, bei fünf Welpen, drei Kindern und einer drohenden Krankheitswelle trotzdem die Fassung zu bewahren.“ 

    Den Überblick zu behalten, ist bei uns momentan nämlich eine echte Rechenaufgabe: Wir sind ursprünglich mit 14 Welpen gestartet, aber nachdem gestern wieder ein kleiner Abenteurer in sein neues Zuhause gezogen ist, flitzen aktuell nur noch fünf der Kleinen durch unseren Garten. Man könnte ja meinen, dass es mit fünf Welpen ruhiger zugeht als mit vierzehn, aber weit gefehlt! Die verbliebenen fünf scheinen die Energie ihrer Geschwister einfach mit übernommen zu haben und geben draußen ordentlich Gas, während wir uns innerlich schon auf den nächsten Abschied vorbereiten, da zwei von ihnen am Montag abgeholt werden.

    Diese ständige Bewegung im Garten bildet den krassen Gegensatz zu der Geduldsprobe, die meinem Mann morgen bevorsteht. Er hat nämlich endlich den Termin beim Facharzt, auf den wir seit März letzten Jahres gewartet haben – ja, wir haben tatsächlich fast ein ganzes Jahr auf diesen Tag hingearbeitet. Dass man uns in der Praxis schon damals vorgewarnt hat, mindestens vier Stunden Wartezeit mitzubringen, macht die Sache nicht unbedingt entspannter. Ich frage mich ernsthaft, was man in vier Stunden Wartezimmer-Idylle alles erledigen kann; wahrscheinlich reicht die Zeit aus, um ein komplettes Studium zu beginnen oder zumindest die gesamte Zeitschriften-Sammlung der letzten fünf Jahre auswendig zu lernen.

    Vielleicht ist dieser Termin aber auch nur die letzte Übung in Sachen Geduld, bevor wir unser großes Ziel für das Wochenende ansteuern: Wir wollen endlich mal raus. Am Freitag soll es für uns ins Tropical Island gehen. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich zu Hause eigentlich sehr wohlfühle, aber die Lust am Reisen steckt mir einfach im Blut. Die Antwort auf das „Warum“ liegt in meiner eigenen Kindheit, in der ich wahnsinnig viel unterwegs war. Diese Erfahrungen prägen mich bis heute, denn die Begegnungen mit unterschiedlichen Kulturen haben meinen Blick für das „Anderssein“ geöffnet. Es hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und genau dieses Gefühl möchte ich an meine Kinder weitergeben, damit neue Eindrücke, besonders bei meinem Großen, bleibende Spuren hinterlassen. Aber es gibt noch einen anderen, fast noch wichtigeren Grund für diesen Ausflug: Wir brauchen Zeit als Paar. Zu Hause dreht sich alles um das Alltägliche – darum, dass ein Zaun repariert werden muss, die Kinder gebadet werden wollen oder die Schwiegermutter besucht werden muss. Dieser Kurzurlaub soll uns den Raum für echte Gespräche zurückgeben. Wenn die Kinder abends (hoffentlich friedlich) schlafen, haben wir die Chance, bei einer Cola einfach mal über die Vergangenheit oder die Zukunft zu philosophieren. Ich kenne meinen Mann, seit ich 18 Jahre alt bin; wir kennen uns in- und auswendig, und genau deshalb ist es so wichtig, neue Träume und Pläne wieder einmal mündlich abzustecken, statt nur über den nächsten Einkauf zu reden. Auch wenn ein Ausflug vor die Haustür nicht der Inbegriff einer Weltreise ist, so ist es für uns mit unserer neunköpfigen Hundebande doch ein wertvoller erster Schritt zurück in die Freiheit.

    Dass Theorie und Praxis zwei verschiedene Welten sind, merke ich allerdings gerade beim Packen. Mein ursprünglicher Plan war herrlich naiv: „Was brauchen wir schon groß? Ein paar Badehosen, Handtücher, fertig!“ Doch die Realität hat mich mal wieder eines Besseren belehrt, denn aus dem Vorhaben, mit leichtem Gepäck zu reisen, sind mittlerweile drei ordentlich große Koffer und mehrere kleine Kinderrucksäcke geworden. Es scheint fast so, als hätten sich die Socken und Ersatzhosen im dunklen Koffer einfach über Nacht heimlich vermehrt. Diese Gepäckberge stehen nun wie kleine Mahnmale im Wohnzimmer und erinnern mich daran, dass unser Fluchtplan kurz bevorsteht – sofern uns die Nachricht aus dem Kindergarten keinen Strich durch die Rechnung macht. Dort ist nämlich gerade wieder die Magen-Darm-Grippe im Umlauf, weshalb die Kinder zur Sicherheit erst einmal präventiv zu Hause bleiben. Seitdem ernte ich von mir selbst bei jedem Blick in den Spiegel einen höchst skeptischen Seitenblick, während ich gleichzeitig jedes Kind scharf beobachte: Wer sieht blass aus? Wessen Bauch grummelt? Es ist ein echtes Nervenspiel, bei dem wir versuchen, mit viel Händewaschen und einer ordentlichen Portion Optimismus gegen die Viren anzukämpfen.

    Bevor wir uns aber hoffentlich übermorgen in Richtung Tropen verabschieden, möchte ich noch einmal kurz auf meinen neuen WhatsApp-Kanal hinweisen. Ich hatte ihn zwar im letzten Beitrag schon erwähnt, aber keine Sorge, ich leide nicht unter Gedächtnisschwund – ich möchte nur sichergehen, dass ihn niemand übersieht, der sich für die eher sachliche Seite interessiert. Während es hier im Tagebuch ja oft drunter und drüber geht, ist dieser Kanal mein Ruhepol für Fakten. Dort geht es ausnahmsweise mal nicht um mein persönliches Chaos, sondern ganz konzentriert um Fachwissen rund um den Hund. Es ist sozusagen die ordentliche Schublade in meinem sonst eher bunten Leben.

    Dass ich diesen Text aber heute überhaupt schreiben kann, verdanke ich übrigens unseren fantastischen Nachbarn. Ich weiß wirklich nicht, was wir ihnen versprochen haben, aber sie übernehmen tatsächlich die Betreuung für unsere gesamte Rasselbande. Das bedeutet, sie bändigen vier erwachsene Hunde und die fünf quirligen Garten-Welpen gleichzeitig. Für diesen Einsatz ziehe ich tief meinen Hut und würde ihnen am liebsten ein Denkmal im Garten bauen – wenn ich nicht genau wüsste, dass die Welpen es sofort als Kauspielzeug zweckentfremden würden. 

    So bleibt mir erst einmal nur die Hoffnung, dass mein Mann morgen gute Sitzfleisch-Nerven beim Arzt beweist und wir es alle zusammen gesund bis zum Freitag schaffen.

    Herzliche Grüße aus dem Chaos

  • 16.01.2026 Marketing vs. Napf – Realität:Das „Fisch & Kartoffel“ – Rätsel gelöst

    Die Fisch-Lüge: Was füllen wir unseren Hunden wirklich in den Napf?
    Hand aufs Herz: Wir alle wollen, dass es unseren Hunden gut geht. Wenn ich im Laden einen Sack sehe, auf dem groß „FISCH & KARTOFFEL“ steht, dann vertraue ich darauf. Doch zwischen dem hübschen Bild auf der Tüte und der Realität in der Schüssel klafft oft ein Abgrund.
    Ich habe für euch heute mal ein typisches Industriefutter (bosch Adult „Fisch & Kartoffel“) komplett zerlegt. Und ich sage euch: Es macht mich wütend, wie wir als Tierhalter in die Irre geführt werden.


    1. Die 4 %-Falle: Ein Hauch von Nichts 💨
    Stellt euch vor, ihr bestellt beim Italiener eine „Edelpilz-Pfanne“. Der Koch bringt euch einen Riesenteller voll mit billigen Nudeln. Irgendwo ganz unten kleben zwei winzige Krümel Pilz. Genau das passiert hier:
    Die Fakten: Es heißt „Fisch & Kartoffel“, aber es sind nur mickrige 4 % Fischmehl und 4 % Kartoffelmehl drin.
    Das Problem: Rechtlich reicht dieser Hauch aus, um es groß auf die Packung zu schreiben. Der eigentliche Hauptbestandteil ist mit über 17 % Geflügelprotein und massenweise billiges Getreide.
    Die Gefahr: Wenn dein Hund eine Allergie gegen Geflügel hat und du ihm dieses „Fischfutter“ gibst, fütterst du ihn krank. Er juckt sich, bekommt Ohrentzündungen und Hotspots – und du wunderst dich, warum das vermeintlich „schonende“ Futter nicht hilft.


    2. Die Schuhsohle im Napf: Protein ist nicht gleich Protein 👞
    In der Liste steht „Geflügelprotein“ und „Fischmehl“. Das klingt für viele okay, ist aber ein riesiger Unterschied zu dem, was ich unter Humanqualität verstehe.
    Das Detail: Das ist kein saftiges Muskelfleisch. Es sind oft Abfallprodukte: Schnäbel, Klauen, Gräten – alles getrocknet und zu Mehl verarbeitet.
    Das Beispiel: Protein steckt auch in einer alten Leder-Schuhsohle. Wenn dein Hund die isst, bekommt er zwar Eiweiß, aber sein Körper muss Schwerstarbeit leisten, um diesen „Müll“ zu spalten.
    Die Folge: Die Abfallstoffe (wie Ammoniak) belasten Leber und Niere massiv. Das Ergebnis? Stumpfes Fell, unangenehmer Eigengeruch und Organe, die viel zu früh altern.


    3. Der „Zucker-Schock“: Gummibärchen zum Frühstück 🍬
    Hunde sind keine Getreidefresser. Trotzdem ist dieses Futter vollgestopft mit Gerste, Mais, Hirse und Reis.
    Das Problem: Diese Kohlenhydrate wirken im Körper wie Zucker. Sie jagen den Blutzuckerspiegel nach dem Fressen rasant nach oben.
    Das Beispiel: Das ist so, als würdest du deinen Kindern zum Frühstück eine Tüte Gummibärchen geben. Erst flippen sie völlig aus (der typische „Zappelphilipp“ beim Gassi gehen), und kurz darauf fallen sie in ein Energieloch und sind gereizt.
    Die Folge: Übergewicht, Diabetes und im Alltag oft unruhige, unkonzentrierte Hunde. Wahre Energie kommt aus hochwertigem Fleisch, nicht aus billigen Füllstoffen!


    4. Die Chemie-Keule: Synthetik statt Natur 🧪
    Schaut euch mal die Liste der „Zusatzstoffe“ an. Wenn die ellenlang ist, ist das kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Armutszeugnis.
    Die Wahrheit: Weil im Futter kaum echte, frische Lebensmittel drin sind, ist es biologisch gesehen „tot“. Damit der Hund keinen Mangel bekommt, muss das Labor ran: Vitamine und Mineralien werden künstlich reingepumpt.
    Das Problem: Synthetisches Kupfer oder Vitamin D3 kann der Körper viel schlechter dosieren als natürliche Nährstoffe.
    Die Gefahr: Es kommt zur schleichenden Überdosierung und belastet den Stoffwechsel. Chemie kann Mutter Natur niemals ersetzen!


    5. Der Fast-Food-Trick: Warum sie es trotzdem fressen 🍔
    „Aber mein Hund liebt es!“ – Klar tut er das. Dafür sorgt das „Proteinhydrolysat“.
    Der Trick: Das ist ein chemisch aufgespaltener Geschmacksverstärker. Er trickst das Gehirn deines Hundes aus und schaltet das natürliche Sättigungsgefühl aus.
    Das Beispiel: Es funktioniert wie Fast Food. Wir wissen, dass es uns nicht gut tut, aber die Aromen schreien „ISS MICH!“. Dein Hund „inhaliert“ es, wird aber nicht wirklich genährt.


    Mein Fazit: Schaut hin, nicht weg!
    Wer mich kennt, weiß: Ich fahre beim Autofahren für eine winzige Maus einen Schlenker, um sie zu retten. Mein Herz schlägt für jedes Tier. Und genau deshalb kann ich bei diesem Etikettenschwindel nicht schweigen.
    Unsere Hunde vertrauen uns blind. Sie fressen, was wir ihnen hinstellen. Lasst uns dieses Vertrauen nicht missbrauchen, indem wir auf schicke Werbebilder reinfallen. Wahre Gesundheit beginnt bei der Ehrlichkeit im Napf!

  • 12.01.2026Wenn das Bauchgefühl „Stopp“ schreit: Warum ich als Züchter auf die leisen Töne hören muss

    In meinem Buch schreibe ich darüber, wie ich lernen musste, erwachsen zu werden. Ein großer Teil dieses Prozesses ist es, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für sich selbst, sondern für jene, die keine eigene Stimme haben.

    Privat bin ich ein Mensch, der nicht nachtragend ist. Ich brauche meine Zeit, um Ärger zu verdauen, aber dann ist es auch gut. Doch als Züchterin trage ich eine andere Maske. Da bin ich die Anwältin meiner Welpen. Und in dieser Rolle höre ich auf jedes kleinste „Piepen“ im Gespräch. Wenn mein Bauchgefühl einmal sagt: „Hier stimmt etwas nicht“, dann gibt es keine Korrektur mehr.

    Der Moment, in dem die Alarmglocken schrillten

    Gestern hatte ich Besuch von einer Familie. Oma, Opa, Enkelsohn – sie alle wollten eines meiner Bärchen kennenlernen. Eigentlich ein schönes Bild. Doch dann fiel dieser eine Satz, der alles veränderte.

    Die Oma sagte zu ihrem sichtlich schüchternen Enkelkind: „Wenn du den Hund jetzt nicht streichelst, kannst du heute bei deiner Mama schlafen und nicht bei Oma.“

    In diesem Moment war für mich das Gespräch innerlich beendet.

    Warum ein kleiner Satz so schwer wiegt

    Mancher mag denken: „Das war doch nur so dahingesagt. Und eigentlich gehen mich die Familienverhältnisse fremder Leute nichts an.“ Das stimmt – als reine Züchterin könnte mir die private Dynamik egal sein. Aber als Mensch, als Mama und eben als verantwortungsbewusste Züchterin ist das etwas völlig anderes. Ich kann diese Rollen nicht trennen, wenn es um das Wohl eines Lebewesens geht.

    Für mich offenbart dieser Satz ein tiefgreifendes Problem: Es ist emotionale Erpressung.

     * Druck statt Empathie: Wenn Liebe und Geborgenheit als Druckmittel eingesetzt werden, um ein Kind zu einer Handlung zu zwingen, fehlt es an Respekt vor persönlichen Grenzen.

     * Der Hund als Werkzeug: Ein Welpe ist kein Instrument, um Erziehungsziele durchzusetzen. Er ist ein Lebewesen, das einen Platz braucht, an dem seine Grenzen geachtet werden.

     * Die Zukunft des Tieres: Wenn schon bei einem Enkelkind so wenig Geduld herrscht – was passiert dann, wenn der Welpe nicht sofort „funktioniert“?

    Ein „Nein“ bleibt ein „Nein“

    Ich habe die Vermittlung abgelehnt. Kurz darauf kam der Versuch, mich umzustimmen – mit dem Klassiker: „Die Kinder sind jetzt so traurig.“

    Wieder wurde das Gefühl der Kinder als Druckmittel gegen mich verwendet. Doch meine Entscheidung steht. Ein „Nein“ ist in diesem Fall ein „Ja“ zum Schutz meines Welpen. Als Züchterin ist es mein Job, das „Für-immer-Zuhause“ zu finden, in dem Harmonie und Respekt herrschen, nicht Druck und Bedingungen.

    Erwachsen werden bedeutete für mich auch, zu lernen, dass man nicht jedem gefallen muss. Meine Verantwortung endet nicht an der Haustür. Sie beginnt dort, wo ich entscheide, wem ich dieses kleine Leben anvertraue.

    Absage bleibt Absage. Für meine Bärchen nur das Beste.