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11.01.2026Zwischen QR-Code, Whiskey-Cola und Welpenglück

Kennt ihr diese Menschen, denen ihr in eurem digitalen Leben quasi alles verdankt? Gestern Abend war so jemand bei uns: Der Arbeitskollege meines Mannes. Er ist derjenige, dem ich diese tolle Internetseite hier zu verdanken habe – und er ist mein absoluter Rettungsanker. Als selbsternannter Technik-Legastheniker rufe ich ihn immer dann verzweifelt an, wenn mal wieder absolut gar nichts funktioniert.

Eigentlich war der Plan rein produktiv: Wir hockten bis spät in die Nacht vor dem Computer und haben gearbeitet. Und man muss dazu sagen: Beide Männer sind absolut keine Trinker. Oft rühren sie viele Monate lang keinen Tropfen Alkohol an. Aber gestern, in der Euphorie über die Fortschritte, dachten sie sich wohl: „Ein, zwei Bier gehören unter Männern dazu.“ Und wenn es dann einmal läuft, darf es wohl auch ein Whiskey-Cola sein.

Während die beiden also – völlig untrainiert – tief in die Welt der Algorithmen eintauchten, habe ich um 1 Uhr nachts das Feld geräumt.

Der Morgen danach: 6:30 Uhr.

Ein Griff nach links – das Bett ist leer. Mein Mann ist nicht da. Ich tappe die Treppe runter und genau in dem Moment kommen zwei Gestalten vom Rauchen zur Terrassentür herein.

„Seid ihr noch oder schon wieder wach?“, frage ich in die morgendliche Stille.

Die Blicke senkten sich synchron. „Nein… noch“, murmelten sie.

Die Küche? Ein Erlebnis für die Sinne. Eine sehr spezielle Mischung aus abgestandenem Bier, Schweiß, Rauch und Whiskey. Eben ein echter Männergeruch, wie man ihn nur nach einer kompletten Durchmache-Nacht hinbekommt.

Aber das Beste war die absolute Unbelehrbarkeit. Trotz glasiger Augen hieß es felsenfest: „Wir sind doch gar nicht betrunken!“

Meine Ansage war kurz und schmerzlos: „Ich will hier nicht drei Kinder zwischen euch haben, geht jetzt endlich ins Bett!“

Doch wer denkt, dass sie auf mich gehört hätten, irrt sich. Eine weitere Stunde verging, in der (warum auch immer) noch mehr Whiskey-Cola floss. Dann kam der unvermeidliche Moment. Der IT-Profi hielt sich den Bauch: „Oh, ich hab immer so Magenbeschwerden…“

Meine Stunde war gekommen. Da ich ja auf das mineralische Gleichgewicht achte, griff ich ins Reico-Regal: „Hier, nimm Levi-Saft und Cellmin.“ Er nahm beides – und rannte Sekunden später ins Badezimmer. Die Quittung für die ungewohnte Nacht wurde prompt serviert.

Inzwischen herrscht endlich Ruhe. Die beiden haben sich in unsere Schlafstube im Obergeschoss verkrochen und ich hoffe inständig, dass sie dort für eine sehr lange Zeit bleiben. Währenddessen mache ich im restlichen Haus erst mal ordentlich Durchzug, damit der „Duft“ der Nacht endgültig verschwindet.

Die Ironie des Schicksals

Eigentlich wollte ich heute mit meinem großen Kind auf den Flohmarkt gehen. Mein Mann sollte währenddessen zu Hause auf die beiden Kleinen aufpassen. Gestern war ich noch richtig deprimiert, dass ich den Ausflug wegen der Welpenkäufer absagen musste. Aber jetzt, wo ich das „Elend“ im Obergeschoss sehe, muss ich fast Danke sagen, dass es so gekommen ist. Als Babysitter für zwei kleine Kinder wäre mein Mann heute definitiv ausgefallen!

Ich sitze hier, trinke meinen Kaffee und schüttle den Kopf. Ich, die ich niemals Alkohol trinke, beobachte das Spektakel und fühle mich wie die Mutter von zwei Teenagern. Aber wisst ihr, was mich davon abhält, mich wirklich zu ärgern? Meine drei Kinder. Sie sind mein Ruhepol und sorgen dafür, dass ich über dieses nächtliche Chaos einfach nur lachen kann.

Außerdem habe ich heute gar keine Zeit für Katerstimmung, denn im Züchterstall brennt die Hütte:

 * 10:00 Uhr: Das erste Hundekind wird abgeholt und zieht in sein neues Zuhause.

 * 14:00 Uhr: Die nächsten Interessenten kommen zum Kuscheln und Aussuchen.

 * 18:00 Uhr: Papierkram-Marathon mit einem Käufer, damit morgen früh die nächste kleine Maus reisefertig ist.

Während die Männer also versuchen, wieder unter den Lebenden zu weilen, genieße ich die frische Luft und das Welpenglück. Denn eines ist sicher: Mit kleinen Pfoten und Kinderlachen ist man viel schneller im Gleichgewicht, als mit Whiskey-Cola – besonders, wenn man es eigentlich gar nicht verträgt!

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