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24.12.2025Besinnlichkeit vs. Brückenbau

Gestern Abend, Punkt 21:45 Uhr. Ich saß endlich da, atmete zum ersten Mal richtig durch und spürte, wie die Last eines 12-Stunden-Tages langsam von meinen Schultern rutschte. Wenn ich jetzt, am Morgen danach, zurückblicke, wird mir erst klar, wie viel emotionale Kraft dieser gestrige Tag eigentlich gekostet hat.

Weihnachten war für mich gestern vor allem ein Tag der Bedürfnisse. Da prallten Welten aufeinander, und ich stand mittendrin. Auf der einen Seite meine drei Kinder: Die kleine Prinzessin, die noch so wunderbar in ihrer eigenen, friedlichen Welt schlummert und vom Trubel nichts ahnt. Auf der anderen Seite meine zwei Jungs, deren Aufregung fast greifbar war. Diese Mischung aus Vorfreude, tausend Fragen und dieser riesigen Erwartungshaltung, der man als Mama so gern gerecht werden möchte – das ist wunderschön, aber es saugt einen auch förmlich leer.

Und dann sind da die „Großen“. Mein Vater und meine Schwiegermutter, beide verwitwet. Es hat mich gestern emotional tief berührt zu sehen, wie sie in ihren völlig unterschiedlichen Welten leben. Ich habe mich oft zerrissen gefühlt, wollte für beide da sein, Brücken bauen, Trost spenden und gleichzeitig die fröhliche Weihnachtsstimmung aufrechterhalten. Manchmal fühlt es sich an, als müsste man die ganze Welt auf den Schultern tragen, damit niemand sich allein fühlt.

Dabei war der Morgen noch so friedlich – Welpen kuscheln, Geschenke unter dem Baum, ein kurzes Aufatmen während des Mittagsschlafs der Kids. Aber dann kam dieser Moment, in dem die Besinnlichkeit in puren logistischen Stress umschlug. Ich fühlte mich in diesem Moment so weit weg von der „perfekten Weihnachtsfrau“. Während mein Mann noch losraste, um die Klöße zu retten, stand ich zwischen Windeln, dem Weihnachtsmannkostüm und den Hinterlassenschaften von 14 Welpen. Kacka wegmachen, während man eigentlich schon auf dem Sprung zu Opa ist. Ich wollte einfach nur kurz duschen, mich einmal kurz wie „ich“ fühlen und nicht nur wie die Koordinatorin des Wahnsinns – aber keine Chance. Diese Dusche musste bis spät in die Nacht warten.

Ich sage es ganz offen: Ohne meinen Mann hätte ich gestern einen Nervenzusammenbruch erlitten. Er ist mein Ruhepol. Wenn alles um mich herum zu laut, zu viel und zu fordernd wird, ist er da. Er hält mich aus, er hält mich fest und er übernimmt, wenn ich nicht mehr kann. Diese Dankbarkeit für ihn war gestern mein stärkstes Gefühl.

Dieser Wahnsinnstag ist vorbei. Die Pflichten sind erfüllt, die Erwartungen bedient. Und jetzt? Jetzt fängt Weihnachten für mich erst richtig an. Ich ziehe mich zurück in mein kleines Imperium. Die nächsten zwei Tage gehören nur meinem Mann, meinen Jungs, der Prinzessin und unseren 18 Hunden. Inmitten von vier großen Hunden und 14 wuseligen Welpen finde ich mein Gleichgewicht wieder. Hier muss ich keine Brücken bauen, hier darf ich einfach nur sein.

Wie habt ihr euer Weihnachten verbracht? Gab es einen Moment, der besonders hervor gestochen ist? Lass es mich gerne wissen. 

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