GanzTierisch_Blog

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Kategorie: Familie und Leben

  • 17.01.2026Das Wunder von der Couch: Wenn alles schläft…

    Ich tippe das hier ganz leise, fast schon in Zeitlupe. Warum? Weil gerade ein kleines Wunder geschehen ist: Absolute Stille. Meine drei Kinder und die sechs verbliebenen Welpen machen ausnahmsweise alle zur exakt gleichen Zeit Mittagsschlaf. Wer mich kennt, weiß: Die Chance darauf ist geringer als ein Sechser im Lotto. Ich nutze diese heilige Atempause jetzt sofort und liege auf der Couch.
    Vom Trecker überfahren
    Ehrlich gesagt, geht gerade auch absolut nichts mehr. Gestern gab es die Antihormon-Spritze und heute fühle ich mich, als hätte mich ein Trecker überrollt und wäre zur Sicherheit noch mal kurz zurückgesetzt.
    Dass ich die Nacht davor erst um 03:15 Uhr mit der Buchhaltung fertig geworden bin, rächt sich jetzt natürlich. Mein Akku ist nicht nur leer, er ist quasi nicht mehr vorhanden.
    Garten-Update: Matsch, Matsch und… ihr wisst schon
    Wenn die Bande wach ist, findet draußen die totale Garten-Umgestaltung statt. Von den ursprünglich 14 Welpen sind noch sechs hier – und sie leisten ganze Arbeit. Durch den Mix aus Regen, Schnee und Sonne ist der Boden ein einziges Schlammloch.
    Die Konsequenz? Matschkacka-Haufen. Wer Hunde hat, weiß genau, welche „Freude“ es ist, im Slalom durch den Garten zu manövrieren und zu hoffen, dass man nur Erde erwischt hat.
    Endspurt: 4 Seelen suchen noch ihren Platz
    So sehr ich das Gewusel liebe, die Zeit drängt jetzt wirklich: Vier der Welpen suchen noch ihr endgültiges Zuhause. Wir sind mitten in der Prägungsphase. Das ist das wichtigste Zeitfenster, um die Welt kennenzulernen und eine enge Bindung zu ihren eigenen Menschen aufzubauen. Sie sind bereit für ihr eigenes Leben außerhalb meines (zerstörten) Gartens!
    📢 Neu: Wissen kompakt im WhatsApp-Kanal
    Falls ihr Lust auf fundierte Infos habt, ohne mein persönliches Chaos drumherum: Ich habe einen neuen WhatsApp-Kanal namens „GanzTierisch“ gestartet.
    Im Gegensatz zum Blog geht es dort nicht um mich oder meinen Alltag, sondern rein um Fakten und Infos rund um das Leben mit Hunden. Täglich gibt es dort Wissen zu Training, Haltung und allem, was für Hundebesitzer wichtig ist. Schaut mal rein, wenn ihr euer Hundewissen auffrischen wollt!
    Ich schließe jetzt die Augen und genieße die Ruhe, bevor die 24 Pfoten (und sechs Kinderfüße) wieder über mich drüberrennen.
    Eure Franzi

  • 12.01.2026Wenn das Bauchgefühl „Stopp“ schreit: Warum ich als Züchter auf die leisen Töne hören muss

    In meinem Buch schreibe ich darüber, wie ich lernen musste, erwachsen zu werden. Ein großer Teil dieses Prozesses ist es, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für sich selbst, sondern für jene, die keine eigene Stimme haben.

    Privat bin ich ein Mensch, der nicht nachtragend ist. Ich brauche meine Zeit, um Ärger zu verdauen, aber dann ist es auch gut. Doch als Züchterin trage ich eine andere Maske. Da bin ich die Anwältin meiner Welpen. Und in dieser Rolle höre ich auf jedes kleinste „Piepen“ im Gespräch. Wenn mein Bauchgefühl einmal sagt: „Hier stimmt etwas nicht“, dann gibt es keine Korrektur mehr.

    Der Moment, in dem die Alarmglocken schrillten

    Gestern hatte ich Besuch von einer Familie. Oma, Opa, Enkelsohn – sie alle wollten eines meiner Bärchen kennenlernen. Eigentlich ein schönes Bild. Doch dann fiel dieser eine Satz, der alles veränderte.

    Die Oma sagte zu ihrem sichtlich schüchternen Enkelkind: „Wenn du den Hund jetzt nicht streichelst, kannst du heute bei deiner Mama schlafen und nicht bei Oma.“

    In diesem Moment war für mich das Gespräch innerlich beendet.

    Warum ein kleiner Satz so schwer wiegt

    Mancher mag denken: „Das war doch nur so dahingesagt. Und eigentlich gehen mich die Familienverhältnisse fremder Leute nichts an.“ Das stimmt – als reine Züchterin könnte mir die private Dynamik egal sein. Aber als Mensch, als Mama und eben als verantwortungsbewusste Züchterin ist das etwas völlig anderes. Ich kann diese Rollen nicht trennen, wenn es um das Wohl eines Lebewesens geht.

    Für mich offenbart dieser Satz ein tiefgreifendes Problem: Es ist emotionale Erpressung.

     * Druck statt Empathie: Wenn Liebe und Geborgenheit als Druckmittel eingesetzt werden, um ein Kind zu einer Handlung zu zwingen, fehlt es an Respekt vor persönlichen Grenzen.

     * Der Hund als Werkzeug: Ein Welpe ist kein Instrument, um Erziehungsziele durchzusetzen. Er ist ein Lebewesen, das einen Platz braucht, an dem seine Grenzen geachtet werden.

     * Die Zukunft des Tieres: Wenn schon bei einem Enkelkind so wenig Geduld herrscht – was passiert dann, wenn der Welpe nicht sofort „funktioniert“?

    Ein „Nein“ bleibt ein „Nein“

    Ich habe die Vermittlung abgelehnt. Kurz darauf kam der Versuch, mich umzustimmen – mit dem Klassiker: „Die Kinder sind jetzt so traurig.“

    Wieder wurde das Gefühl der Kinder als Druckmittel gegen mich verwendet. Doch meine Entscheidung steht. Ein „Nein“ ist in diesem Fall ein „Ja“ zum Schutz meines Welpen. Als Züchterin ist es mein Job, das „Für-immer-Zuhause“ zu finden, in dem Harmonie und Respekt herrschen, nicht Druck und Bedingungen.

    Erwachsen werden bedeutete für mich auch, zu lernen, dass man nicht jedem gefallen muss. Meine Verantwortung endet nicht an der Haustür. Sie beginnt dort, wo ich entscheide, wem ich dieses kleine Leben anvertraue.

    Absage bleibt Absage. Für meine Bärchen nur das Beste.

  • 11.01.2026Zwischen QR-Code, Whiskey-Cola und Welpenglück

    Kennt ihr diese Menschen, denen ihr in eurem digitalen Leben quasi alles verdankt? Gestern Abend war so jemand bei uns: Der Arbeitskollege meines Mannes. Er ist derjenige, dem ich diese tolle Internetseite hier zu verdanken habe – und er ist mein absoluter Rettungsanker. Als selbsternannter Technik-Legastheniker rufe ich ihn immer dann verzweifelt an, wenn mal wieder absolut gar nichts funktioniert.

    Eigentlich war der Plan rein produktiv: Wir hockten bis spät in die Nacht vor dem Computer und haben gearbeitet. Und man muss dazu sagen: Beide Männer sind absolut keine Trinker. Oft rühren sie viele Monate lang keinen Tropfen Alkohol an. Aber gestern, in der Euphorie über die Fortschritte, dachten sie sich wohl: „Ein, zwei Bier gehören unter Männern dazu.“ Und wenn es dann einmal läuft, darf es wohl auch ein Whiskey-Cola sein.

    Während die beiden also – völlig untrainiert – tief in die Welt der Algorithmen eintauchten, habe ich um 1 Uhr nachts das Feld geräumt.

    Der Morgen danach: 6:30 Uhr.

    Ein Griff nach links – das Bett ist leer. Mein Mann ist nicht da. Ich tappe die Treppe runter und genau in dem Moment kommen zwei Gestalten vom Rauchen zur Terrassentür herein.

    „Seid ihr noch oder schon wieder wach?“, frage ich in die morgendliche Stille.

    Die Blicke senkten sich synchron. „Nein… noch“, murmelten sie.

    Die Küche? Ein Erlebnis für die Sinne. Eine sehr spezielle Mischung aus abgestandenem Bier, Schweiß, Rauch und Whiskey. Eben ein echter Männergeruch, wie man ihn nur nach einer kompletten Durchmache-Nacht hinbekommt.

    Aber das Beste war die absolute Unbelehrbarkeit. Trotz glasiger Augen hieß es felsenfest: „Wir sind doch gar nicht betrunken!“

    Meine Ansage war kurz und schmerzlos: „Ich will hier nicht drei Kinder zwischen euch haben, geht jetzt endlich ins Bett!“

    Doch wer denkt, dass sie auf mich gehört hätten, irrt sich. Eine weitere Stunde verging, in der (warum auch immer) noch mehr Whiskey-Cola floss. Dann kam der unvermeidliche Moment. Der IT-Profi hielt sich den Bauch: „Oh, ich hab immer so Magenbeschwerden…“

    Meine Stunde war gekommen. Da ich ja auf das mineralische Gleichgewicht achte, griff ich ins Reico-Regal: „Hier, nimm Levi-Saft und Cellmin.“ Er nahm beides – und rannte Sekunden später ins Badezimmer. Die Quittung für die ungewohnte Nacht wurde prompt serviert.

    Inzwischen herrscht endlich Ruhe. Die beiden haben sich in unsere Schlafstube im Obergeschoss verkrochen und ich hoffe inständig, dass sie dort für eine sehr lange Zeit bleiben. Währenddessen mache ich im restlichen Haus erst mal ordentlich Durchzug, damit der „Duft“ der Nacht endgültig verschwindet.

    Die Ironie des Schicksals

    Eigentlich wollte ich heute mit meinem großen Kind auf den Flohmarkt gehen. Mein Mann sollte währenddessen zu Hause auf die beiden Kleinen aufpassen. Gestern war ich noch richtig deprimiert, dass ich den Ausflug wegen der Welpenkäufer absagen musste. Aber jetzt, wo ich das „Elend“ im Obergeschoss sehe, muss ich fast Danke sagen, dass es so gekommen ist. Als Babysitter für zwei kleine Kinder wäre mein Mann heute definitiv ausgefallen!

    Ich sitze hier, trinke meinen Kaffee und schüttle den Kopf. Ich, die ich niemals Alkohol trinke, beobachte das Spektakel und fühle mich wie die Mutter von zwei Teenagern. Aber wisst ihr, was mich davon abhält, mich wirklich zu ärgern? Meine drei Kinder. Sie sind mein Ruhepol und sorgen dafür, dass ich über dieses nächtliche Chaos einfach nur lachen kann.

    Außerdem habe ich heute gar keine Zeit für Katerstimmung, denn im Züchterstall brennt die Hütte:

     * 10:00 Uhr: Das erste Hundekind wird abgeholt und zieht in sein neues Zuhause.

     * 14:00 Uhr: Die nächsten Interessenten kommen zum Kuscheln und Aussuchen.

     * 18:00 Uhr: Papierkram-Marathon mit einem Käufer, damit morgen früh die nächste kleine Maus reisefertig ist.

    Während die Männer also versuchen, wieder unter den Lebenden zu weilen, genieße ich die frische Luft und das Welpenglück. Denn eines ist sicher: Mit kleinen Pfoten und Kinderlachen ist man viel schneller im Gleichgewicht, als mit Whiskey-Cola – besonders, wenn man es eigentlich gar nicht verträgt!