GanzTierisch_Blog

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Kategorie: Familie und Leben

  • 12.04.26 Zwischen Rosi-Glück und Pannen-Pech: Ein Update von der Front


    Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein Film, bei dem man das Drehbuch während des Drehens umschreibt. Bei uns ist gerade genau diese Mischung aus Herzensangelegenheiten für die Hunde und Technik, die einen an den Rand des Wahnsinns treibt, an der Tagesordnung.

    Rosi: Von der Beauty-Queen zum neuen Kennenlernen

    In Sachen Rosi erleben wir gerade eine kleine emotionale Achterbahn. Vorgestern gab es für sie das volle Programm: Waschsalon Franzi hatte geöffnet. Sie wurde gewaschen und geföhnt, damit sie bei ihrem ersten Termin mit potenziellen neuen Besitzern so richtig strahlt.

    Das Ergebnis? Gestern Morgen kam die Absage. Ein kleiner Stich ins Herz, aber wir lassen den Kopf nicht hängen. Wir suchen schließlich kein Übergangsquartier, sondern ihr endgültiges Zuhause. Wenn es nicht für beide Seiten zu 100 Prozent passt, dann ist es eben noch nicht der richtige Deckel für den Topf.
    Heute steht bereits das nächste Vorstellungsgespräch an. Wir bleiben unserer Linie treu: Auch heute werden die Interessenten Rosi erst einmal kennenlernen und sie danach wieder mit uns nach Hause ziehen lassen. Wir finden es wichtig, dass jeder die Zeit bekommt, die Eindrücke sacken zu lassen. So eine Entscheidung trifft man nicht zwischen Tür und Angel.

    Wenn der neue Bus zum Abenteuer wird

    Als hätte die Aufregung um die Vermittlung nicht gereicht, hat mein neuer Bus beschlossen, mich auf die Probe zu stellen. Erst wollte er morgens gar nicht anspringen. Mit Hilfe meines Mannes gab es eine neue Batterie – und zwei Tage lang schien die Welt in Ordnung.
    Gestern auf dem Heimweg passierte es dann: Mitten auf der Strecke lässt mich das gute Stück wieder im Stich. Batterie leer. Da stehst du dann, den Kopf voll mit Plänen und die Rücksitzbank voll mit drei Kindern. In solchen Momenten zeigt sich, wer die wahren Helden des Alltags sind: Netflix und das Handy. Peppa Pig wurde zum offiziellen Kinder-Entertainer, während ich draußen operieren musste. Motorhaube auf, Starterkabel und Powerbank dran – und siehe da: Er läuft.
    Die Powerbank ist bereits wieder voll aufgeladen und wird ab heute mein ständiger Begleiter sein. Man muss dem Schicksal ja nicht auch noch die Tür aufhalten.

    Der Masterplan: Mission Hessen via Hannover

    Da wir noch eine dritte Partei in Hessen haben, rauchte mir der Kopf bezüglich der Logistik. Mit drei Kindern, davon ein Schulkind, mal eben quer durch Deutschland zu fahren, ist eigentlich nur am Wochenende möglich.
    Aber dann kam die Lösung für mein Gewissen und den Terminkalender: Da ich am 18. sowieso beruflich in Hannover bin, machen wir eine Kombi-Tour daraus. Von dort aus sind es nur noch knapp zwei Stunden Fahrt. Rosi wird mich also nach Hannover begleiten, um von dort aus die Interessenten aus Hessen kennenzulernen. Erst wenn alle Beteiligten sich ein Bild machen konnten, entscheiden wir, was das Beste für Rosi ist.
    Manchmal fühlt sich mein Alltag genau so an, wie der Titel meines Buches es beschreibt: Eher unwahrscheinlich… Unwahrscheinlich, dass der Bus hält, unwahrscheinlich, dass die Planung aufgeht – und doch stehen wir jeden Tag wieder da und bauen uns unsere Welt zusammen.
    Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr auch schon mal zur logistischen Höchstform aufgelaufen oder musstet euer Auto mit purer Willenskraft und einer Powerbank zur Weiterfahrt überreden? Schreibt es mir in die Kommentare.

  • 07.04.2026 Sonnenschein auf Ruinen: Wenn das Schicksal über den Regen lacht

    Ostern ist vorbei, und während ich aus dem Fenster sehe, fühlt sich die strahlende Sonne heute fast wie eine bewusste Provokation des Universums an. Wo war dieses Licht, als wir an den Feiertagen im strömenden Regen an der Gulaschkanone standen, den Regenschirm in der einen und den Schöpflöffel in der anderen Hand?

    Ich muss fast ein bisschen wehmütig lächeln, wenn ich an unsere Ostereier denke, denen der Dauerregen so zugesetzt hat, dass sie fast all ihre Farbe verloren haben – ein bisschen wie die Pläne, die man sich so schön ausmalt, bevor das echte Leben dazwischengrätscht. Dabei fing alles so hoffnungsvoll an: Den Gesundheitsscheck bei meiner Schwiegermutter haben alle mit Bravour bestanden, ein kleiner, wichtiger Sieg für das Herz. Und gestern, im Tierpark Wismar, beim Treffen mit unseren lieben Freunden von Fehmarn, durfte ich für einen Moment einfach nur durchatmen.
    Doch über all dem schwebt dieser verdammte Samstag. Der Moment, als mein Mann und ein Freund voller Zuversicht versuchten, nur ein kaputtes Teil am T5 zu wechseln, und stattdessen die Diagnose einschlug wie ein Blitz: Motorschaden. In diesem Augenblick zieht sich innerlich alles zusammen. Es ist dieses dumpfe, kalte Gefühl in der Magengrube, wenn man begreift, dass es nicht nur ein Haufen Blech ist, der da streikt. Es sind meine Beine, meine Freiheit, meine Fähigkeit, den Alltag mit drei Kindern, den Hunden, dem Studium und meinem Business zu stemmen. Wenn dieser Motor stirbt, bricht hier draußen auf dem Land das Fundament weg, auf dem ich alles so mühsam balanciere. Man fühlt sich plötzlich erschreckend klein, festgenagelt im Nirgendwo, während die Welt draußen einfach weiterrennt. Es ist ein Gefühl von Ohnmacht, das mich an Momente erinnert, in denen man schreit, aber niemand zuhört – man wird unsichtbar, handlungsunfähig, eine Gefangene der Umstände. Dieses „Festgenageltsein“ ist wie ein Echo aus der Vergangenheit, gegen das ich mich immer gewehrt habe. Ich habe mir geschworen, für meine Kinder eine sichere Welt zu bauen, in der man nicht einfach ignoriert wird oder hilflos zusehen muss, wie alles zerfällt.
    Am schwersten wiegt es für Rosi. Es gibt da draußen wirklich liebe Interessenten, Menschen, die ihr vielleicht das „Für-Immer-Zuhause“ schenken könnten. Aber sie konnten sie noch gar nicht kennenlernen. Der Motorschaden hat uns die Beine weggezogen, und ich verbringe meine Zeit gerade damit, gegen die Uhr zu kämpfen. Ich versuche verzweifelt, die Interessenten bei Laune zu halten, ihnen zu erklären, warum wir gerade nicht kommen können, und sie inständig zu bitten: „Bitte, wartet noch ein bisschen. Seht euch nicht nach einem anderen Hund um.“ Es ist ein Drahtseilakt zwischen Hoffen und Bangen, während man merkt, wie das Interesse im Wind verweht, nur weil man selbst nicht mobil ist. Es zerreißt mir das Herz, sie warten zu sehen, während ich hier festsitze und nur die Sonne beobachten kann, die hämisch auf das kaputte Auto scheint.
    Aber wer mich kennt, weiß, dass Aufgeben für mich keine Option ist. Die Challenge „Goliath gegen David“ läuft weiter, es geht um den 2.000-Euro-Bonus, und ich werde diesen Kampf nicht verloren geben. In diesem Überleben liegt meine größte Rebellion. Während ich also versuche, das logistische Chaos zu bändigen, läuft mein Herzensprojekt „GanzTierisch“ natürlich weiter. Die Oster-Specials sind nun offiziell vorbei, und ich freue mich riesig darauf, dass sich all eure Ostergeschenke morgen auf den Weg zur Post machen. Das Packen dieser Pakete ist für mich gerade fast schon meditativ – ein Stück Normalität inmitten des Sturms. Unsere Logistik für heute steht: Mein Mann ist gerade bei Carglass, um die Frontscheibe des kaputten T5 richten zu lassen – ein letzter Dienst an einem treuen Begleiter, damit er wenigstens mit heilem Blick in den Wiederverkauf gehen kann, auch wenn sein Herz nicht mehr schlägt. Auf dem Rückweg sammelt er die Schwiegermutter ein, unseren Rettungsanker für die Ferienbetreuung der drei Kids, und dann lassen wir das Dorf hinter uns. Wir machen uns auf den Weg nach Berlin. Wir suchen nicht nur ein neues Auto; wir suchen den Weg zurück in die Handlungsfähigkeit, zurück in das Licht. Wir fahren diesem hämischen Sonnenschein entgegen und hoffen, dass er uns den Weg zu einem neuen Kapitel leuchtet. Dass aus diesem Chaos wieder Beständigkeit wächst, mag für manche vielleicht eher unwahrscheinlich klingen – aber ich stehe hier und baue weiter. Drückt uns die Daumen für die Hauptstadt. Wir kommen erst wieder, wenn wir eine Lösung haben.

  • 04.04.2026 Von Bus-Tetris, dem „Vernunft-Radius“ und der Kunst, seine Seele für fünf Minuten Stille zu verkaufen


    ​Hand aufs Herz: Wer schon mal mit drei Kindern und einem Hund in einem T5 übernachtet hat, weiß, dass das Wort „Urlaub“ eigentlich eine reine Schutzbehauptung ist. In Wahrheit ist es eine Mischung aus logistischem Hochleistungssport und einem sozialen Experiment unter erschwerten Bedingungen. Wenn morgens die erste Sonne durch die Ritzen der Verdunklung blinzelt, weißt du nicht, ob du zuerst tief einatmen willst – was man angesichts der „authentischen“ Luft im Bus nach einer Nacht mit fünf Lebewesen besser lassen sollte – oder ob du versuchst, deine Gliedmaßen zu sortieren, die sich über Nacht mit Kindersitzen und Hundepfoten verknotet haben. Es gab Momente in diesen letzten Tagen, da hätte ich für fünf Minuten absolute Stille und eine Dusche, in der ich mich tatsächlich umdrehen kann, ohne mit dem Ellenbogen gegen die Kühlbox zu knallen, meine Seele verkauft. Sofort. Ohne mit der Wimper zu zucken. Stattdessen gab es nachts Knie im Rücken, Schnarchen im Ohr und eine Frisur am nächsten Morgen, die selbst im Bärenwald als „naturgetreue Tarnung“ durchgegangen wäre. Auf Äußerlichkeiten lege ich im Alltag sowieso keinen Wert, aber das war ein ganz neues Level von „Wildnis“.


    ​Unsere Tour hat uns unter anderem in den Bärenwald und den Elefantenpark geführt. Gerade die Elefanten haben mich so tief bewegt, dass ich diese Eindrücke gar nicht zwischen Tür und Angel abhandeln kann; da ist so viel in mir passiert, dass dieser Park bald einen ganz eigenen, ungeschönten Beitrag von mir bekommen wird.

    Weniger anmutig als die Elefanten war allerdings unser Littlefoot am Hang. Wer ihn kennt, weiß: Der Gute ist auf einem Auge blind. Als wir einen steilen, laubbedeckten Hang hochkletterten, war er im Übereifer so sehr damit beschäftigt, den Gipfel zu stürmen, dass er unser Kind im blauen Hut schlichtweg aus seinem Sichtfeld radiert hat. Er hat es mit vollem Karacho umgemäht. Fazit des Tages: Entweder braucht der Hund eine Brille oder das Kind einen Sturzhelm. Zum Glück ist außer einem ordentlichen Schreck und viel Gelächter nichts passiert und Littlefoot ist danach stolz wie Oskar weitergeklettert, als wäre er der unangefochtene König der Berge.


    ​Mein Mann, der in unserem Leben die Vernunft quasi gepachtet hat, gab mir für die Fahrt übrigens eine sehr deutliche Ansage mit auf den Weg. Da unser T5 mit der gerissenen Frontscheibe und dem kaputten Motorteil aktuell eher einem rollenden Lazarett gleicht, hieß es: „Fahr bloß nicht zu weit! Maximaler Radius: Nicht bis nach Berlin!“ Ich habe natürlich artig genickt und die Rolle der einsichtigen Ehefrau perfekt gespielt. Dass wir in Mecklenburg-Vorpommern geblieben sind, war ja technisch gesehen die Wahrheit. Dass mein Navi bei der Heimreise gestern Abend aber plötzlich 150 Kilometer anzeigte, war dann so ein kleiner „Hoppla“-Moment. Das ist nämlich exakt die Distanz bis nach Berlin, nur eben in die andere Richtung. Aber pssst… was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Das Auto hat gehalten, die Kinder haben gelacht, und mein kleiner Ausbruch aus dem Vernunft-Radius bleibt unser Geheimnis.
    ​Heute, am Ostersamstag, herrscht hier endlich die große „Schlafanzug-Starre“. Die Jungs liegen wie gestrandete Robben auf dem Sofa und schauen „Stockmann“, während die Prinzessin ihren wohlverdienten Schönheitsschlaf zelebriert. Ein herrlicher Kontrast zum Bus-Chaos der letzten Tage! Aber die Ruhe trügt, denn später geht’s zur Schwiegermutter. Das wird quasi unser offizieller Überlebens-Check, um zu beweisen, dass meine verrückten Ideen niemanden ernsthaft beschädigt haben und alle Kinder noch vollzählig und bei bester Gesundheit sind. Danach verwandeln wir die Küche in eine Osterhasen-Zentrale: Eier kochen und bemalen steht an, damit der Osterhase die Kunstwerke heute Nacht abholen und morgen im hoffentlich trockenen Garten beim Opa verstecken kann. Am Montag machen wir dann einen Abstecher nach Wismar in den Tierpark und treffen Freunde von der Insel Fehmarn. Die Hunde bleiben diesmal entspannt im Garten und freuen sich schon jetzt auf ihre ganz persönlichen Ostergeschenke: Es gibt Lammfüße von Reico.
    ​Währenddessen geht der T5-Marathon in die nächste Runde: Heute verarztet mein Mann mit einem Kumpel hoffentlich erfolgreich den Motor, am Dienstag gibt’s bei Carglass endlich wieder klaren Durchblick ohne Riss und am Donnerstag wartet der Moment der Wahrheit beim TÜV. Der Termin ist zwar schon ein „kleines bisschen“ drüber, aber wir bleiben Optimisten. Wenn die Plakette klebt, rollen wir nächstes Wochenende wieder los, grobe Richtung Leipzig. Dieses Mal begleitet uns Rosi. Es warten Interessenten auf sie, aber ich sage es euch gleich: Rosi ist kein Paket. Wir schauen uns das ganz genau an. Nur wenn die Chemie überdimensional stimmt, darf sie dort bleiben. Wenn nicht? Dann hüpft sie am Sonntag wieder mit uns in den Bus und wir hatten einfach einen schönen Familienausflug. Eher unwahrscheinlich, dass ich heute ohne bunte Farbflecken an den Fingern in mein Bett gehe – aber absolut sicher, dass wir diese chaotischen, echten Momente gegen nichts in der Welt eintauschen würden.


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    ​Frohe Ostern euch allen!
    Eure Franzi