Nächsten Sonntag ist es so weit! Wir satteln die Hühner und reiten der Sonne entgegen! 😉 Oder realistischer gesagt: Wir treiben unsere wild wuselnde Armee an Kindern zusammen, stopfen unsere Trudi irgendwie ins Auto und wagen eine fast vierwöchige Expedition ins raue Norwegen.
Es fühlt sich immer noch an wie ein Fiebertraum. Letztes Jahr ist das Ganze ja wegen unserer Welpen geplatzt, weshalb ich aktuell quasi minütlich bange, dass das Universum noch einen Twist für uns parat hat. Welpen sind dieses Mal physikalisch ausgeschlossen (unser Pumba hat seine Kronjuwelen schließlich abgegeben), aber bei unserem Talent fürs Chaos kommt es ja meistens sowieso anders, als man denkt.
Eigentlich wollten wir unseren dicken Pumba ja auch mitnehmen. Aber da der Gute bei allem über 25°C mit hängender Zunge förmlich zu einer flauschigen Pfütze auf den kühlen Fliesen zerschmilzt, haben wir uns entschieden, ihn zu Hause zu lassen. Ganz ehrlich? Das rettet uns wahrscheinlich den Verstand. Unseren extra angeschafften Kombikinderwagen können wir auf norwegischen Wanderwegen voller Wurzeln und Geröll wohl eh komplett vergessen. Das heißt in der Praxis: Ein Kind klebt wie eine lebende Kühlerfigur vorne in der Bauchtrage an mir, das andere thront wie ein wackeliger Rucksack aus Pudding hinten in der Kraxe. Wenn wir dazu noch mehr Hunde als unsere Trudi über die Klippen balancieren müssten… Halleluja!
Die heimische Front ist zum Glück bestens abgesichert, denn wir haben wunderbare Unterstützung gefunden, die für die Zeit hier einzieht und den Laden schmeißt. Sie übernimmt nicht nur das Pumba-Sitten, sondern krault auch unseren Littlefoot und füttert die beiden Zwergkaninchen Max und Luna. Ein bisschen Wehmut mischt sich allerdings auch in die ganze Reise-Hektik. Mein Papa… ich glaube, es fällt ihm wirklich schwer, dass wir jetzt vier Wochen lang nicht da sind. Er freut sich natürlich von Herzen für uns, dass wir diese Chance haben. Und trotzdem ist es unglaublich traurig zu sehen, wie groß, still und unendlich einsam so ein Haus wirken kann, wenn man selbst nicht da ist. Das schwingt bei der ganzen lauten Vorfreude natürlich leise mit und macht den Abschied an der Haustür nicht gerade leicht.
Wer uns vor der Abfahrt noch besuchen will, dem rate ich allerdings: Lasst es lieber. Unsere Wohnstube ist offiziell zum Sperrgebiet erklärt worden. Sie ist momentan ein gigantischer Hindernisparcours aus Taschen-Türmen, Koffer-Gebirgen und Dingen, von denen ich nicht einmal wusste, dass wir sie besitzen. Ich versuche mittlerweile, dieses Zimmer im alltäglichen Wahnsinn weiträumig zu umgehen – allein der Blick auf diesen Mount Everest an Gepäck verursacht bei mir akutes Augenzucken! 🙈
Da unsere Trudi den gesamten Kofferraum als ihre persönliche Präsidenten-Suite beansprucht, fahren wir mit Anhänger. Wenn ich mir diesen textilen Wahnsinn in der Stube so angucke, halte ich es für ein physikalisches Wunder, das alles in den Hänger zu quetschen. Getreu dem Motto: Alles muss mit, nur die Schränke bleiben hier! Mein Mann leidet derweil unter verklärter Tetris-Überschätzung. Er steht vor dem Anhänger, stemmt die Hände in die Hüften und ist felsenfest davon überzeugt, dass das „alles ganz locker“ reinpasst und wir quasi noch den halben Hausstand von den Nachbarn mitnehmen könnten.
Ich glaube, er kennt einfach meine Packliste noch nicht. Denn unser Bonuskind hat besondere Bedürfnisse, und schon jetzt sitze ich abends da, spiele jede noch so absurde Situation fünfmal durch und plane für Eventualitäten, die nicht mal Hollywood erfinden könnte. Wahrscheinlich bereite ich mich gerade auf fünf verschiedene Weltuntergangsszenarien vor (inklusive spontaner Eiszeit und Alien-Invasion). Aber hey, mir geht es einfach besser, wenn ich weiß, dass ich das richtige Pflaster, die dritte Ersatzhose und die Spezialsalbe griffbereit habe. Bevor wir in Norwegen mitten in der Pampa eine Zahnbürste für 80 Euro nachkaufen müssen, packe ich lieber mein eigenes kleines Warenlager ein.
Passend zum Thema Eiszeit: Am Wochenende hatten wir hier noch kochende 40°C. Während ich auf der Terrasse fast weggeschmolzen bin, habe ich mir den norwegischen Wetterbericht angeguckt und mich geradezu manisch darauf gefreut, bald bei herrlichen 15°C im kühlen Regen zu sitzen. Wenn ich jetzt allerdings aufs Handy gucke und diese tiefgraue, epische Dauerregen-Wand auf dem Display sehe, kriege ich doch dezent Panik. Habe ich genug Matschhosen? Was, wenn die Kinder irgendwann aussehen wie bunte Michelin-Männchen, denen das Wasser von oben aus der Gummihose schwappt? 😅 Aber wir lassen uns überraschen. Getreu dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.“ Hoffen wir mal, dass unsere Ausrüstung wasserdicht ist und wir nicht vier Wochen lang mit klammen Socken in der Holzhütte Monopoly spielen müssen.
Wie wir überhaupt dorthin kommen, ist noch so eine Sache. Am Montag geht unser Auto erst einmal in die Werkstatt. Eine Buchse muss noch repariert werden, damit uns der Wagen nicht direkt auf der ersten norwegischen Hoppelpiste scheppernd in seine Einzelteile zerfällt. Unser meisterhafter Zeitplan sieht dann so aus: Am 12. starten wir, am 13. mitten in der pechschwarzen Nacht fährt unsere Fähre von Dänemark nach Norwegen, und (Trommelwirbel) erst am 15. können wir in unsere Unterkunft!
Mein Mann nennt das liebevoll „entspanntes Reisen mit genügend Pausenzeiten“. Ich nenne das: „Wie treibe ich meine Familie in den Wahnsinn, während wir nachts um drei auf einem neonbeleuchteten Rastplatz im verrenkten Winkel versuchen, auch nur eine Stunde zu schlafen – ohne dass mir jemand gnadenlos einen warmen Kinderfuß in die Nasenwurzel rammt oder wir bei der Abfahrt im Halbschlaf versehentlich ein Kind an der Zapfsäule vergessen.“ 😂
Und als ob das alles nicht schon Aufregung genug wäre für eine Woche, gab es gestern noch ein ganz anderes Highlight: Unser großes Kind war beim Friseur und hat sich allen Ernstes die Haare abschneiden lassen! Für mich ist das ein total komischer Schritt. Als die langen Strähnen auf den Fliesenboden fielen, blieb mir kurz die Luft weg. Seit er auf der Welt ist, kannte ich ihn nur mit wehender Mähne. Schon mit zwei Jahren hat er mir damals klipp und klar erklärt: Er will keine kurzen Haare, er will nicht aussehen wie die breite Masse. Tja, und nun ist der Zopf ab. Wortwörtlich. Ich brauche definitiv noch ein paar Tage, bis ich aufhöre, zusammenzuzucken, wenn plötzlich dieser „fremde“ Junge mit freiem Nacken und Kurzhaarschnitt durch meinen Flur läuft!
Sofern das norwegische Internet uns nun zwischen tiefen Wäldern, schroffen Bergen und gigantischen Mückenschwärmen nicht komplett im Stich lässt, werde ich euch hier natürlich auf dem Laufenden halten! Wobei wir gegen die Mücken bestens gerüstet sein sollten – immerhin liegen schon stolze acht Flaschen Insektenspray als chemische Abwehrfront bereit. Ich freue mich auf jeden Fall riesig auf eure Reaktionen.
Und jetzt seid ihr dran: Erzählt mal, wie bereitet ihr euch auf so einen Urlaub vor? Gehört ihr beim Packen eher zum Team „The Day After Tomorrow“ wie ich und wappnet euch für sämtliche Klimazonen und Naturkatastrophen? Oder seht ihr das eher so tiefenentspannt wie mein Mann nach dem Motto „Ach, das passt schon, der Rest wird sich finden“?
Lasst es mich in den Kommentaren wissen!
Bis dahin, liebe Grüße

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