GanzTierisch_Blog

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Autor: GanzTierisch

  • 03.06.2026 – 110 Euro, ein Techtelmechtel im Kleintiergehege und der ganz normale Wahnsinn

    Als hätten wir mit drei Kindern und drei erwachsenen Hunden nicht schon genug Trubel in der Bude, dachte ich mir: Komm, da geht noch was! Letzte Woche wurde unser Mittlerer nämlich drei Jahre alt. Und was wünscht sich ein Dreijähriger inniger als den Weltfrieden? Eigene Häschen. Da Freunde von uns auf Fehmarn einen Gnadenhof betreiben und im Status süße Kaninchenbabys posteten, stand der Masterplan: Wir holen zwei Hoppler! Kein Kaninchen bleibt allein, pädagogisch wertvoll, Check.

    Ich delegierte die hochkomplexe Aufgabe der Kommunikation an meinen Mann. Fehler Nummer eins. Während ich mit Bruno das Futterhaus plünderte, einen Hasen-Palast kaufte und ihn aufbaute, lief im Hintergrund offenbar das Spiel „Stille Post“. Wir also das völlig euphorische Geburtstagskind samt Transportbox in den Wohnwagen verfrachtet und ab auf die Insel!

    Dort angekommen die absolute Vollkatastrophe: Die Babys waren viel zu jung. Sechs Wochen Mutterschutz standen noch an. Nix mit Einpacken und Loskuscheln. Wir hatten ein tolles Wochenende, aber Bruno…. Wieder zu Hause stand er weinend vor seinem gigantischen, leeren Luxus-Stall. „Ich hab gar keine Häschen!“ Drama-Level: Shakespeare. Sechs Wochen warten? Für einen Dreijährigen ist das ein halbes Jahrhundert!

    Also Plan B. Mein Mann, pragmatisch wie immer: „Lass uns bei eBay Kleinanzeigen gucken, da gibt’s welche für nen Zehner.“ Aber ich? Niemals! Wenn schon, denn schon! Ich wollte Tiere von einem absolut seriösen Züchter. Mit drei Kids im Haus kann ich mir hier einfach keine ungeimpften Tiere aus dubiosen Quellen erlauben, das Risiko war mir zu groß. Meine glorreiche Logik: „Wir fahren in die große Zoohandlung! Die arbeiten doch bestimmt nur mit streng geprüften, seriösen Züchtern zusammen. Da weiß ich, was ich habe – geimpft, tierärztlich gecheckt, Profiliga!“ … Herrje, wie unfassbar naiv kann man mit 35 Jahren eigentlich sein?

    Wir marschieren also in den Laden. Die Verkäuferin erklärt mir mit der tiefenentspannten Aura einer Yogalehrerin, sie hätten eh nur noch Böcke, die kuscheln da alle harmonisch in einem Gehege. Alles klar. Bruno strahlt und sucht sich ein braunes und ein schwarz-weißes Häschen aus. Damals, als ich noch jung war, hat so ein Kaninchen 10 D-Mark gekostet. An der Kasse durfte ich für diese zwei angeblichen „Premium-Böcke“ stolze 110 Euro blechen! Aber hey, Hauptsache gesund. Hauptsache seriöser Züchter. Dass auf dem Kaufvertrag nicht das Geburtsdatum sondern das Datum der Ankunft in der Zoohandlung stand, merkte ich erst zuhause.

    Um mein Gewissen zu streicheln, stand heute trotzdem der Tierarzt auf dem Programm.

    Der Tierarzt guckt. Ich gucke. „Zwei Böcke? Tja, das ist ein Männchen und ein Weibchen.“

    BÄM.

    Der kleine Romeo durfte direkt in der Praxis bleiben. Morgen früh heißt es: Schnipp, schnapp, Eier ab. Und das kleine braune Weibchen? Tja, ob die jetzt schon tragend ist, weil sie in der Zoohandlung fröhlich mit den ganzen hormonvernebelten „Böcken“ auf Kuschelkurs war? Weiß kein Mensch!

    Ich koche vor Wut, rufe in der Zoohandlung an, und was krieg ich als Lösung präsentiert? „Oh. Na, das müssen wir dann noch mal prüfen. Wenn die Junge kriegt, dann verkaufen Sie uns die einfach, wir kaufen die ab.“

    BITTE?! WAS?! Der absolute Kreislauf des Wahnsinns.

    Ich fragte nach: Kann das jeder so machen? „Ja, Einfach nur frei von Parasiten und 12 Wochen müssen sie sein.“ (Und selbst da wäre ich mir jetzt nicht mehr sicher). Jeder kann dort anscheinend seine unkontrolliert vermehrten Kaninchenbabys über die Theke reichen.

    Und was habe ich nun? Richtig. Ungeimpfte, ungeprüfte Wundertüten, definitiv nicht vom seriösen Züchter. Genau das, was ich eigentlich um jeden Preis vermeiden wollte.

    Ich wollte alles richtig machen und habe jetzt den ultimativen Jackpot gezogen. In meiner rosaroten Planung dachte ich: 25 Euro für ein Kaninchen, plus Stall, Zubehör und Premium-Futter – großzügig gerechnet 200 Euro. Haha. April, April. Allein die spontane Entmannung kostet mich jetzt noch mal einen Hunni extra.

    Jetzt sitze ich hier. Der große Stall ist halb voll, ein Kaninchen ist beim Tierarzt, und ich bete zum Universum, dass die kleine Braune nicht in ein paar Wochen aus zwei Kaninchen plötzlich acht macht. Und der absolute Clou an der Geschichte? Weil wir ja unser Wort halten, nehmen wir in sechs Wochen natürlich trotzdem noch die zwei von unseren Freunden aus Fehmarn!

    Wenn das so weitergeht, muss ich „GanzTierisch“ bald offiziell als Zoo anmelden.

    Also: kurz schütteln, lächeln und weitermachen.

    Willkommen in DIESER Familie, ihr zwei Chaos-Kugeln.

  • 29.05.2026 Ein Lebenszeichen – Von Ohnmacht, kleinen Wundern und dem Echo meiner Vergangenheit

    Hallo ihr Lieben,​

    mehr als vier Wochen ist es her, dass ich mich hier gemeldet habe. Es tut mir unendlich leid, dass ihr so lange auf ein Lebenszeichen von mir warten musstet. Aber manchmal bricht das Leben einfach wie eine unvorhersehbare Welle über einem zusammen und spült alles weg, was man sich eigentlich vorgenommen hatte.​Es war keine böse Absicht, dass es so still war. Meine Kraft war schlichtweg aufgebraucht.

    ​Das fing damit an, dass ich aufgehört habe zu rauchen. Der reine Verzicht auf die Zigarette an sich war dabei gar nicht mal das Schwerste. Was mich psychisch wirklich extrem viel Kraft gekostet hat, war, genau in den dunklen Momenten nicht doch wieder blind danach zu greifen. Dieses ständige Kämpfen gegen den Reflex, das eiserne Festhalten an meinem Entschluss, wenn die Gedanken schwer wurden und die alten Muster riefen. Dazu kommt, dass der Körper auf einmal völlig verrücktspielt. Es ist ein ganz komisches Gefühl, wie das ganze System sich umstellt: Plötzlich schläft man miserabel, findet keine wirkliche Erholung mehr in der Nacht und wird stattdessen von einem ständigen, nagenden Hunger begleitet. All das zusammen hat unglaublich viel Energie gefressen.​

    Dazu kam, dass meine Männer für drei Wochen zur Kur waren. Drei Wochen, in denen ich hier als Einzelkämpferin an der Front stand. Den gesamten Alltag, die Kinder, das Haus und unsere Hunde völlig allein zu tragen, war ein Kraftakt, der mich abends oft einfach nur erschöpft ins Bett fallen ließ.

    ​Aber da gab es auch einen wunderschönen, wenn auch wehmütigen Moment des Loslassens: Wir sind jetzt nur noch drei Hunde. Unsere Rosi ist ausgezogen. Es fällt immer schwer, aber sie hat ein so traumhaftes Zuhause bei Menschen gefunden, die sie von ganzem Herzen lieben. Sie ist dort richtig aufgeblüht und genießt es in vollen Zügen, endlich die absolute Einzelprinzessin auf dem Sofa zu sein. Das zu sehen, tröstet über jeden Abschiedsschmerz hinweg.​

    Doch all das verblasst neben dem, was mich in den letzten Wochen am tiefsten erschüttert hat. Bei einer Untersuchung meiner Schilddrüse wurde etwas gefunden. Etwas, das dort nicht hingehört.​Medizinisch gesehen heißt es, es klinge nicht dramatisch, wir kontrollieren das in drei Monaten. Ein Satz, der eigentlich beruhigen soll. Doch die Ärzte benutzten dafür zwei bestimmte Worte. Sie sagten, es sei „eher unwahrscheinlich“, dass es etwas Schlimmes ist.​

    Eher unwahrscheinlich.​

    Für jeden anderen wäre das vielleicht eine Erleichterung. Für mich war es, als würde mir jemand den Boden unter den Füßen wegreißen. Ihr wisst, dass mein Buch den Titel „Eher unwahrscheinlich… oder wie ich lernen musste, erwachsen zu werden“ trägt. Ihr wisst vielleicht auch, aus welchen Scherben meiner Vergangenheit dieser Titel entstanden ist. Dieses Wort ist tief in mir verwurzelt mit Schmerz, mit Überlebenskampf und mit Dingen, auf die man sich eben nicht verlassen kann. Ich vertraue schon lange auf kein ärztliches „eher unwahrscheinlich“ mehr.​ Dieser Satz hat mich eiskalt erwischt. Er hat tief verborgene Ängste wachgerüttelt und mich gezwungen, mich all dem zu stellen. Wenn man innerlich so sehr kämpft, um nicht auseinanderzufallen, um die eigenen Dämonen zu sortieren, dann hat die Welt da draußen keinen Platz mehr. Ich musste mich einigeln. Ich musste mich auf mich konzentrieren, auf meine Kinder, die Hunde und darauf, irgendwie stark und aufrecht zu bleiben.

    ​Und heute? Heute ist Freitag. Wir packen gerade unsere Sachen. Wir fahren mit dem Wohnwagen für einen Wochenendausflug auf die Insel Fehmarn. Dort werden wir von einem Gnadenhof von Freunden zwei Zwergkaninchen-Babys abholen. Unser Mittlerer ist gerade drei Jahre alt geworden – und wie wunderbar fügt sich das jetzt alles zusammen. Er bekommt nun die Chance, Verantwortung für ein kleines Leben zu übernehmen. Ich möchte, dass er das lernt. Das wird ihn prägen, ihn stärken und seinen Blick für verantwortungsbewusstes Handeln öffnen.​

    Es sind ohnehin genau diese kindlichen Momente, die mich immer wieder retten. Vor Kurzem saß unser Großer mit dem Großvater auf dem Rasentrecker. Plötzlich bremste er abrupt, stieg ab, nahm ganz behutsam eine Weinbergschnecke vom Boden auf und trug sie in Sicherheit. Der Großvater verstand die Welt nicht mehr. Aber mein Sohn sah ihn an, zuckte nur mit den Schultern und sagte: „Jedes Leben zählt.“

    ​Als ich das hörte, ging mir das Herz auf. Das sind die Momente, für die ich kämpfe. Das ist der Beweis, dass ich den Kreislauf durchbreche und eine Welt für sie baue, die voller Liebe und Empathie ist. Das gibt mir die Kraft, weiterzumachen – egal, was noch kommt.​

    Vielleicht ist in drei Monaten bei der Kontrolle wirklich nichts. Aber „wahrscheinlich“ ist eben nicht sicher. Bis dahin sitze ich auf einem Pulverfass und muss aushalten, dass ich nichts tun kann. ​Aber der Wille ist wieder da. Der Wille, den Blick nicht mehr nur ins Innere zu richten, sondern wieder nach draußen zu gehen. Ich werde euch wieder mehr auf meine Reise mitnehmen. Auch in meinem WhatsApp-Kanal, wo wir sonst so viele wertvolle Informationen rund um den Hund teilen, wird es bald wieder lebendiger.​

    Danke, dass ihr mir diese Zeit gegeben habt. Danke für eure Geduld. Und vor allem: Danke, dass ihr da seid.​

    Eure Franzi

  • 12.05.26 zwischen IT Experimenten und Sendepausen

    Hallo, Ihr lieben,

    Es war lange Funkstille hier. Wenn man sich von innen heraus neu struktiert, hat das „Außen“ oft erstmal Sendepause. Nun sitzt mein ITLER neben mir und wir probieren gerade diesen Blogeintrag vom Handy aus hoch zu laden, sodass ich euch schneller und unkomplizierter mit auf die Reise nehmen kann. Sollte das hier etwas komisch aussehen, habt Verständnis, wir sortieren noch 😅