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Autor: GanzTierisch

  • 14.03.2026 Freiheit für eine Kuschelprinzessin: Warum Liebe manchmal Loslassen bedeutet

    Wer Rosi kennt, weiß: Sie ist eine echte Kuschelprinzessin. Eine feine, liebe Seele, die am liebsten ganz nah bei ihren Menschen ist und eine Sanftheit mitbringt, die man einfach gernhaben muss. Doch genau diese wunderbare Art ist es, die mich zu einer Entscheidung gezwungen hat, die nicht aus Traurigkeit, sondern aus tiefer Verantwortung und Liebe zu ihr gewachsen ist.

    In den letzten drei Wochen glich unser Zuhause eher einem Lazarett als einem Familiennest. Drei kranke Kinder gleichzeitig lassen keinen Raum für Nebenschauplätze. In dieser Zeit der absoluten Reduktion wurde der Blick messerscharf für das, was machbar ist – und was diesem wundervollen Lebewesen einfach nicht mehr gerecht wird.

    Die Wahrheit ist unbequem: Trudi vor zwei Jahren zu uns zu holen, war ein Fehler. Es war ein Fehler aus Liebe und Loyalität, um nach dem Tod meiner Mutter die Scherben aufzusammeln und meinen Vater zu entlasten. Doch für Rosi änderte das alles. Sie war die unangefochtene Chefin auf dem Hof, bis die quirlige Trudi einzog. Seitdem sind die beiden Damen wie Feuer und Wasser. Was als Rettung gedacht war, entwickelte sich zu einer Dynamik aus tief sitzender Abneigung und heftigen Auseinandersetzungen.

    Zwei Jahre lang haben wir versucht, diesen Fehler glattzubügeln. Wir haben den Garten geteilt, doch die Realität ist bitter: Rosi lebt seither zwischen zwei Meter hohen Zäunen, die sich quer durch unser Grundstück ziehen. Ein Leben in Korridoren, immer getrennt, oft isoliert. Eine Hündin wie sie sollte nicht hinter Gittern warten müssen, bis sie an der Reihe ist, den Rasen zu betreten. Sie verdient Weite, unbeschwertes Laufen und ein Zuhause, in dem sie nicht durch Zäune von ihrer Familie getrennt ist.

    Hinzu kommt die Sicherheit: Die Beißattacken zwischen den beiden Hündinnen passieren auf einer Höhe, die genau die Köpfe meiner drei Kinder gefährdet. In einem Haushalt mit kleinen Kindern gibt es keinen Raum für solche Kompromisse. Wahre Stärke bedeutet für mich heute, hinzusehen und einzugestehen: Ich schaffe es hier unter diesen Umständen nicht mehr so, wie Rosi es verdient hätte.

    Die Entscheidung, Rosi abzugeben, ist kein Aufgeben. Es ist die Anerkennung ihrer wunderbaren Art. Wir reißen die Zäune in unserem Kopf und in unserem Garten nieder, damit sie woanders wieder ohne Barrieren und ohne den ständigen Stress durch ihre Schwester glücklich sein kann. Es ist ein Akt der Fairness ihr gegenüber – damit sie wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt, die sie als unsere Kuschelprinzessin so sehr liebt. Wir lassen los, damit sie wieder frei atmen und rennen kann.

    Gemüse ist sooo wichtig 😉

    Ein Herzensplatz gesucht

    Genau dafür brauchen wir dich. Rosi verdient das absolute Traumzuhause. Sie wird nicht verkauft – sie darf umziehen. Hier geht es nicht ums Geld, hier geht es um echte Liebe.

    Was uns wichtig ist:

    • 100 Prozent Passgenauigkeit: Wir geben sie nur ab, wenn es absolut passt.
    • Persönliches Kennenlernen: Ich möchte mir ihr neues Zuhause vorher gerne selbst anschauen.
    • Platz für eine Prinzessin: Ein Ort, an dem sie endlich wieder ohne Barrieren am Leben teilhaben kann.

    Solltest du jemanden kennen, oder gar selbst infrage kommen, nimm gerne Kontakt mit mir auf. Es muss zu 100 Prozent passen, damit sie glücklich werden darf.

  • Bruchstücke einer Erschöpfung: Wenn das Atmen zum Kampf wird

    09.02.26


    ​Eigentlich ist mein Blog ein Ort für das Schöne – für die Abenteuer meiner Hunde, für Tipps und glückliche Momente. Aber momentan ist in meinem Leben kein Platz für die Idylle. Da ist nur noch Raum für das nackte Überleben. Ich erzähle euch das, weil ich möchte, dass ihr versteht, warum es still um mich geworden ist. Und ich bitte euch um Verständnis, dass ich gerade keine Leichtigkeit bieten kann.
    Das fragile Fundament
    ​Dass ich überhaupt noch hier sitzen und schreiben kann, dass ich jeden Tag wieder losfahren kann, liegt nur an einem Menschen: meinem Mann. Er hat gerade Urlaub und deckt zu Hause den kompletten Alltag ab. Er ist der unsichtbare Halt, der dafür sorgt, dass die Kinder versorgt sind und die Hunde ihr gewohntes Leben behalten. Ohne ihn würde dieses Kartenhaus innerhalb von Sekunden in sich zusammenbrechen. Es ist ein Privileg auf Zeit, das mir die Luft zum Kämpfen verschafft.
    ​Die Angst, die nachts den Atem anhält
    ​Habt ihr schon einmal versucht, für jemanden anderen zu atmen? In den letzten Nächten habe ich genau das getan. Wenn du neben deinem Vater sitzt und das einzige Geräusch im Raum dieses rasselnde, schwere Ringen nach Luft ist. Jeder Atemzug ist ein Sieg, jede Sekunde der Stille eine Qual, die dir das Blut in den Adern gefrieren lässt.
    ​Du sitzt da, die Augen brennend vor Müdigkeit, und starrst in die Dunkelheit. Du willst helfen, willst die Panik aus seinen Augen wischen, wenn die Luftnot ihn packt – aber du kannst nichts tun. Du bist nur der Zeuge seines Kampfes. Diese Ohnmacht ist ein schwarzes Loch, das dich langsam verschlingt.
    ​Der Abschied, der das Herz zerreißt


    Und dann wird es Morgen.

    Der Moment, in dem ich vor meinen Kindern stehe und ihnen in die Augen schauen muss, ist der schwerste des Tages.
    ​„Es tut mir leid, mein kleiner Schatz, Mama muss schon wieder los.“
    ​Diesen Satz zu sagen, während man die Enttäuschung in ihren Gesichtern sieht, bricht mir das Herz in tausend Stücke. Ich lasse mein Zuhause zurück, um wieder in den Krieg gegen ein kaputtes System zu ziehen.


    Ein System, das wegsieht
    ​Ich habe nach jedem Strohhalm gegriffen, aber einer nach dem anderen ist einfach weggebrochen.
    ​Pflegegrad 1: Ein bürokratischer Schlag ins Gesicht. Eine Einstufung, die so realitätsfern und fahrlässig ist. Der Widerspruch läuft, aber das System lässt sich Zeit.
    ​SAPV-Ablehnung: Schon zwei Tage vor der Notaufnahme kam der nächste Hohn. „Er kann ja wieder gesund werden“, sagten sie. Wer so etwas zu einer Palliativ-Situation bei COPD sagt, hat die Menschlichkeit längst gegen Formulare getauscht.
    Die totale Isolation in Greifswald
    ​Vorgestern erreichte der Wahnsinn seinen Höhepunkt. Bevor man mich wegschickte, sah ich dieses alte Ehepaar. Er, 80 Jahre alt, humpelnd, bepackt mit ihrem ganzen Leben in Tüten und Jacken. Und Pfleger Nils stand einfach daneben und sah zu. Keine Geste der Hilfe.
    ​Und ich? Ich bin rausgerannt zum Auto und habe einfach nur noch geheult, völlig aufgelöst. Direkt neben mir putzten Sanitäter ihren RTW. Sie sahen mein verweintes Gesicht, sie sahen meine totale Verzweiflung – und sie putzten einfach weiter. Kein Wort. Kein Blick.
    ​Mit genau diesem Gefühl im Nacken musste ich meinen Vater an diesem empathielosen Ort zurücklassen. Die anschließende Stunde im Auto war die einsamste meines Lebens.


    Eine kleine Neuerung & ein großes Danke
    ​Ich danke euch von Herzen, dass ihr diese Lebensphase mit mir teilt. Eure Nachrichten und euer Mitgefühl bedeuten mir viel.
    ​Es gibt eine kleine Neuerung auf meiner Seite: Viele von euch haben sich eine Kommentarfunktion gewünscht. Ta-da, da ist sie nun! Denn wie heißt es so schön:
    ​„Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.“ Ein riesiges Dankeschön an meinen ITler, der das so schnell möglich gemacht hat. Jetzt haben wir hier einen Raum für den Austausch.


    Überleben statt digitale Welt
    ​Es ist ansonsten still geworden – im Blog, auf WhatsApp, im Status. Wenn du um das nackte Überleben eines geliebten Menschen kämpfst, verliert die digitale Welt jede Bedeutung. Mein Buch „Eher unwahrscheinlich… oder wie ich lernen musste, erwachsen zu werden“ ist gerade mein einziger Anker. Ich schreibe gegen das Ersticken an.
    ​Ich versuche jetzt, meine Rüstung wieder anzulegen, um weiter zu kämpfen. Zu kämpfen für einen Menschen, der keine eigene Stimme mehr hat.
    ​An alle da draußen, wenn ihr auch mit unsichtbaren Schwertern für die Rechte derer kämpft, deren Kräfte völlig aufgebraucht sind: Bleibt standhaft. Lasst euch nicht wegschicken, lasst euch nicht abwimmeln. Ihr opfert euch auf, und das muss Gehör finden.

    PS.: An der Formatierung arbeite ich noch 😉

  • 30.01.2026 GanzTierisch im Marathon-Modus

    Wenn der Hammer endlich fällt

    Es ist jetzt halb zehn am Freitagabend. Endlich ist es still im Haus – eine Stille, die sich nach dieser Woche fast schon unwirklich anfühlt. Mein Mann ist in der Nachtschicht, die kleinen „Gremlins“ schlafen tief und mein Großer verbringt die Nacht beim Opa. Sogar die zwei Welpen liegen nach einem langen Tag satt und müde in ihren Körbchen. Die großen Hunde haben mir längst unmissverständlich klargemacht, dass sie ihren Schönheitsschlaf brauchen und ich sie bitte nicht weiter stören soll.
    ​Ich sitze hier in der gedimmten Küche und lasse diesen Wahnsinn Revue passieren. Wenn ich ehrlich bin, fühlt es sich an, als hätte ich in diesen sieben Tagen ein ganzes Jahr gelebt.

    Der ganze Wahnsinn begann eigentlich schon letzten Freitag mit unserem Versuch eines strukturierten Starts in den Kurzurlaub. Doch die Realität hatte andere Pläne. Erst war einer der Welpen spurlos verschwunden – Panik und Herzstillstand inklusive –, bis wir ihn selig schlummernd in einem Versteck fanden. Dann flutete eines der Kinder unser Bad, weil das Physik-Experiment „Ich stecke eine ganze Klopapierrolle ins Klo“ leider scheiterte (der Pümpel ist bis heute auf der Vermisstenliste) und zu guter Letzt suchten wir zwanzig Minuten das Handy meines Mannes. Da es grundsätzlich auf lautlos steht, war das Anrufen so effektiv wie ein Gespräch mit einer Wand. Der Urlaub selbst war dann eine ganz eigene Lektion in Sachen „Luxus“: fremde Haare in den Handtüchern, Sand im Bett, ein Wasserkocher, der unter einer antiken Staubschicht begraben lag, und Fahrstühle, die natürlich genau dann den Geist aufgeben, wenn man mit Kind und Kegel davorsteht (von anderen Besuchern erfuhren wir dann, dass die Fahrstühle auch letztes Jahr schon defekt waren).
    ​Als wir am Sonntagabend endlich wieder zu Hause landeten, hoffte ich auf ein kurzes Durchatmen, doch der Montagmorgen empfing uns direkt mit spiegelglattem Blitzeis. Die Welt stand still, Schule und Kita blieben zu. Mein Mann musste erst am Montagabend wieder los, aber trotzdem hingen bei diesem plötzlichen Ausnahmezustand wieder gefühlt 90 Prozent von allem an mir. In dieses Chaos platzte der Anruf meines Papas: Er musste sich einen Krankenwagen rufen. In diesem Moment willst du nur losrennen, aber im Garten stand zeitgleich schon die Familie bereit, um zwei unserer Welpen abzuholen. Dieser Spagat zwischen der brennenden Sorge um den Vater und dem herzlichen Lächeln für die Welpenkäufer war fast schon filmreif. Mittlerweile sind alle Bärchen ausgezogen oder fest versprochen – 14 Hundeengel strecken ihre Flügel aus und wollen nun die große weite Welt mit ihren Menschen entdecken. 
    ​Der Dienstag schluckte dann den Rest der Kraftreserven mit einem Termin in der Uniklinik für unser Bonuskind und einer anschließenden Elternversammlung in der Kita. Auf diesen viel zu kleinen Stühlen zu sitzen und zu hören, dass der eigene Mittlere im Mai schon zu den „Großen“ wechselt, löste ein ganz eigenes, flaues Unbehagen in mir aus. Es ist dieses Wissen, wie unaufhaltsam die Zeit uns durch die Finger rinnt, während wir versuchen ihr hinterher zu jagen. Am Mittwoch wurde ich dann zur Logistik-Meisterin: Papa wurde aus der Klinik entlassen, genau in der Stunde, in der die Welpen zum Impfen mussten. Also Hunde in den Kofferraum, ab zur Klinik, Papa als Taxi sicher nach Hause gebracht und mit den Welpen direkt weiter zum Tierarzt. Seitdem kämpfen die zwei verbliebenen Kleinen mit Durchfall – eine charmante Nebenwirkung der Impfung, gegen die wir gerade mit Naturkraft Pro 5 arbeiten.
    ​Gestern an diesem Donnerstag, fühlte sich dann alles wie ein schlecht geplanter Streich an. Ein wichtiger Termin bei Papa um 11 Uhr, für den ich mich zerrissen habe, nur um am Telefon zu hören: „Wir kommen erst um 12.“ Als ich die Kinder um 13 Uhr aus der Kita abholte, kassierte ich von der Erzieherin nur ein genervtes: „Du bist zu früh, Franzi, das ist nicht so schön, wir sind noch nicht fertig.“ Ich schluckte den Kommentar runter, während ich innerlich dachte, dass sie keine Ahnung hat, dass ich überhaupt froh bin, heute angezogen hier zu stehen. Kaum zu Hause, schälte ich die Kinder im Akkord aus ihren Schneeanzügen, denn der nächste Welpenbesuch stand schon um 14:30 Uhr vor der Tür – natürlich überpünktlich. Dass das Haus überhaupt vorzeigbar war, verdanke ich meinem Mann, der nach nur drei Stunden Schlaf aufgestanden ist, um mir den Rücken freizuhalten.

    Und heute? Heute war der Termin beim gerichtlichen Gutachter. Ein Tag, der mir alles abverlangt hat. Ich bin ein gebrandmarktes Kind und ich mache kein Geheimnis daraus. Jede Narbe auf meinem Körper und meiner Seele hat mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin. Aber genau deshalb brauche ich bei solchen Terminen meinen Fels in der Brandung – meinen Mann. Was wir dann erlebten, macht mich immer noch fassungslos. Ein Doktor, der seinen Eid wohl vergessen hat und uns mit einer Kälte behandelte, die kaum in Worte zu fassen ist. Ohne Begrüßung, ohne uns zu Wort kommen zu lassen, wollte er meinen Mann vor die Tür schicken. Er wollte uns spüren lassen, dass wir für ihn Menschen zweiter Klasse sind. Aber ein echter Fels lässt sich nicht verschieben. Mein Mann blieb. Und der Doktor? Er beendete das Gespräch einfach, bevor es überhaupt begonnen hatte. 3 Stunden Autofahrt für nichts. 
    ​Nun sitze ich hier mit leeren Akkus, aber während ich auf morgen blicke, muss ich schmunzeln. Morgen Vormittag kommen neue Welpeneltern, um unsere „Nr. 13“ abzuholen. Ich muss an ihre Geburt denken – eines der kleinen Überraschungspakete, für die ich gar keine Halsbänder mehr hatte, weil ich nur mit zwölf gerechnet hatte. Sie zieht morgen hinaus in ihr großes Abenteuer und ein Teil von mir zieht mit ihr.
    ​Mein Wort zum Freitag
    ​Ich sitze hier mit leeren Akkus, aber eines möchte ich euch allen da draußen sagen: Lasst euch nicht klein machen. Niemand hat das Recht, euch klein zu halten, nur damit er sich selbst groß fühlen kann. Glaubt an etwas und vor allem: Glaubt an euch selbst! 
    ​Jetzt ist es fast zehn. In einer halben Stunde fällt für mich endgültig der Hammer. Puh, nach diesem Marathon kann die kommende Woche eigentlich nur besser werden – oder zumindest weniger emotional geladen. Morgen ist ein neuer Tag, und heute reicht es einfach mal, nur zu atmen und die Stille zu genießen, bevor das Chaos morgen auf „wundersame Weise“ erneut beginnt.

    Gute Nacht ihr Lieben!