GanzTierisch_Blog

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Autor: GanzTierisch

  • 14.04.26 Diesmal gibt es keinen Stacheldraht – Über die Liebe und das Loslassen

    Kennt ihr das, wenn die Welt um euch herum unglaublich laut ist, aber in eurem Inneren alles plötzlich ganz still wird?
    Ich sitze hier und während ich diese Zeilen für euch tippe, laufen mir die Tränen übers Gesicht. Ich will nicht, dass das hier ein schöner, glatter Blogpost wird. Ich möchte, dass ihr das spürt, was ich gerade fühle. Denn gestern Nachmittag, punkt 17:13 Uhr auf dem Rückweg von der Nähe von Eberswalde, ist etwas in mir zerbrochen – und gleichzeitig ist etwas ganz Kostbares heil geworden.


    Ein Platz im Auto ist leer. Und die Stille, die Rosi hinterlässt, dröhnt in meinen Ohren.
    Rosi war gerade acht Wochen alt, als sie bei uns einzog. Ich habe sie aufwachsen sehen, habe jeden ihrer Schritte begleitet. Aber ich will ehrlich zu euch sein: Unsere Geschichte war keine dieser kitschigen Hund-Mensch-Romanzen. Rosi hat mich nie „richtig“ geliebt. Sie war kein Hund, der mir freudestrahlend in die Arme gesprungen ist. Aber sie hat mich akzeptiert. Das war unser Deal. Ein stilles Einverständnis zwischen uns beiden und für mich war das genug.
    Ihr ganzes Herz, ihr wahres Leuchten, das gehörte meinem Mann und meinen drei Kindern. Und genau deshalb zerreißt es mich so. Ich habe gestern nicht nur einen Hund abgegeben – ich habe einen Teil unseres Familiengefüges weggegeben.

    Die Geister auf der Rückbank

    Während ich gestern am Steuer saß, saßen da eben auch noch andere auf der Rückbank. Nicht nur meine drei hungrigen, quengelnden Kinder. Da saßen die Geister meiner Vergangenheit.
    Ich musste an Fussel denken, meinen Anker aus den Kinderheimen. Er hat durch all das Chaos so einen Knacks wegbekommen, dass er am Ende versuchte, meinen Sohn zu beißen. Ihn abzugeben, fühlte sich damals wie ein riesiges Versagen an. Fussel lebt jetzt auf einem Bauernhof und ist ein glücklicher Hund. Ich weiß, dass es der richtige Weg für ihn war, aber der Schmerz von damals fährt trotzdem noch immer mit mir im Auto.


    Und dann ist da Balu. Der Schmerz, der mir bis heute die Kehle zuschnürt.
    Ich war gerade mal 18 Jahre alt, als Balu mit acht Wochen zu mir kam. Er begleitete mich sechs Jahre lang durch dick und dünn. Er war meine Konstante. Als ich damals auszog, ließ ich ihn für eine Woche in seiner gewohnten Umgebung zurück. Ich wollte nur alles vorbereiten, um ihn in Ruhe nachzuholen. Ich wollte alles richtig machen.

    Ruhe in Frieden


    In dieser einen Woche verschwand er spurlos.
    Ein halbes Jahr später las ich in der Zeitung von einem Hund, der 17 Kilometer entfernt mit Stacheldraht zu Tode gequält wurde. Ich weiß bis heute nicht sicher, ob er es war. Aber dieses Foto in der Zeitung… es sah ihm so verdammt ähnlich. Diese Ungewissheit bleibt. War er das? Musste er so leiden, weil ich ihn diese eine Woche nicht bei mir hatte?

    Das Bild, das die Stille bricht

    Gestern um 17:13 Uhr hat mein Kopf geschrien: „Abschied bedeutet Katastrophe! Abschied bedeutet, dass du versagst und sie leiden!“ So hat mein Leben es mir beigebracht. Jedes Mal, wenn ich jemanden ziehen lasse, kommen diese alten Bilder hoch.


    Und dann kam gestern Abend das Bild von Rosi.
    Ich sehe sie dort auf dem Sofa liegen. Ich sehe, wie sie sich wohlfühlt, wie sie sich ausstreckt, wie sie einfach ankommt. Und in diesem Moment spüre ich, wie der Druck in meiner Brust nachlässt.
    Diesmal gibt es keinen Stacheldraht. Diesmal gibt es keine Ungewissheit. Diesmal ist das Loslassen kein Versagen, sondern meine größte Form der Liebe zu ihr. Ich schenke ihr das Leben, das ich ihr hier im Trubel nie ganz so geben konnte: Sie ist jetzt die unangefochtene Nummer Eins.
    Sie dort so glücklich zu sehen, tut so unendlich gut. Es ist der Frieden, den ich für Balu nie finden konnte.
    Ich habe gestern für meine Kinder funktioniert, habe Hunger gestillt und bin weitergefahren. Aber heute Morgen darf ich weinen. Um Rosi, die mich „nur“ akzeptiert hat und die ich trotzdem so schmerzlich vermisse. Und um das 18-jährige Mädchen von damals, das heute endlich begreifen darf: Du hast diesmal alles richtig gemacht.


    Hattet ihr auch schon mal diesen einen Abschied, der eigentlich richtig war, euch aber trotzdem den Boden unter den Füßen weggezogen hat?

  • 12.04.26 Zwischen Rosi-Glück und Pannen-Pech: Ein Update von der Front


    Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein Film, bei dem man das Drehbuch während des Drehens umschreibt. Bei uns ist gerade genau diese Mischung aus Herzensangelegenheiten für die Hunde und Technik, die einen an den Rand des Wahnsinns treibt, an der Tagesordnung.

    Rosi: Von der Beauty-Queen zum neuen Kennenlernen

    In Sachen Rosi erleben wir gerade eine kleine emotionale Achterbahn. Vorgestern gab es für sie das volle Programm: Waschsalon Franzi hatte geöffnet. Sie wurde gewaschen und geföhnt, damit sie bei ihrem ersten Termin mit potenziellen neuen Besitzern so richtig strahlt.

    Das Ergebnis? Gestern Morgen kam die Absage. Ein kleiner Stich ins Herz, aber wir lassen den Kopf nicht hängen. Wir suchen schließlich kein Übergangsquartier, sondern ihr endgültiges Zuhause. Wenn es nicht für beide Seiten zu 100 Prozent passt, dann ist es eben noch nicht der richtige Deckel für den Topf.
    Heute steht bereits das nächste Vorstellungsgespräch an. Wir bleiben unserer Linie treu: Auch heute werden die Interessenten Rosi erst einmal kennenlernen und sie danach wieder mit uns nach Hause ziehen lassen. Wir finden es wichtig, dass jeder die Zeit bekommt, die Eindrücke sacken zu lassen. So eine Entscheidung trifft man nicht zwischen Tür und Angel.

    Wenn der neue Bus zum Abenteuer wird

    Als hätte die Aufregung um die Vermittlung nicht gereicht, hat mein neuer Bus beschlossen, mich auf die Probe zu stellen. Erst wollte er morgens gar nicht anspringen. Mit Hilfe meines Mannes gab es eine neue Batterie – und zwei Tage lang schien die Welt in Ordnung.
    Gestern auf dem Heimweg passierte es dann: Mitten auf der Strecke lässt mich das gute Stück wieder im Stich. Batterie leer. Da stehst du dann, den Kopf voll mit Plänen und die Rücksitzbank voll mit drei Kindern. In solchen Momenten zeigt sich, wer die wahren Helden des Alltags sind: Netflix und das Handy. Peppa Pig wurde zum offiziellen Kinder-Entertainer, während ich draußen operieren musste. Motorhaube auf, Starterkabel und Powerbank dran – und siehe da: Er läuft.
    Die Powerbank ist bereits wieder voll aufgeladen und wird ab heute mein ständiger Begleiter sein. Man muss dem Schicksal ja nicht auch noch die Tür aufhalten.

    Der Masterplan: Mission Hessen via Hannover

    Da wir noch eine dritte Partei in Hessen haben, rauchte mir der Kopf bezüglich der Logistik. Mit drei Kindern, davon ein Schulkind, mal eben quer durch Deutschland zu fahren, ist eigentlich nur am Wochenende möglich.
    Aber dann kam die Lösung für mein Gewissen und den Terminkalender: Da ich am 18. sowieso beruflich in Hannover bin, machen wir eine Kombi-Tour daraus. Von dort aus sind es nur noch knapp zwei Stunden Fahrt. Rosi wird mich also nach Hannover begleiten, um von dort aus die Interessenten aus Hessen kennenzulernen. Erst wenn alle Beteiligten sich ein Bild machen konnten, entscheiden wir, was das Beste für Rosi ist.
    Manchmal fühlt sich mein Alltag genau so an, wie der Titel meines Buches es beschreibt: Eher unwahrscheinlich… Unwahrscheinlich, dass der Bus hält, unwahrscheinlich, dass die Planung aufgeht – und doch stehen wir jeden Tag wieder da und bauen uns unsere Welt zusammen.
    Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr auch schon mal zur logistischen Höchstform aufgelaufen oder musstet euer Auto mit purer Willenskraft und einer Powerbank zur Weiterfahrt überreden? Schreibt es mir in die Kommentare.

  • 07.04.2026 Sonnenschein auf Ruinen: Wenn das Schicksal über den Regen lacht

    Ostern ist vorbei, und während ich aus dem Fenster sehe, fühlt sich die strahlende Sonne heute fast wie eine bewusste Provokation des Universums an. Wo war dieses Licht, als wir an den Feiertagen im strömenden Regen an der Gulaschkanone standen, den Regenschirm in der einen und den Schöpflöffel in der anderen Hand?

    Ich muss fast ein bisschen wehmütig lächeln, wenn ich an unsere Ostereier denke, denen der Dauerregen so zugesetzt hat, dass sie fast all ihre Farbe verloren haben – ein bisschen wie die Pläne, die man sich so schön ausmalt, bevor das echte Leben dazwischengrätscht. Dabei fing alles so hoffnungsvoll an: Den Gesundheitsscheck bei meiner Schwiegermutter haben alle mit Bravour bestanden, ein kleiner, wichtiger Sieg für das Herz. Und gestern, im Tierpark Wismar, beim Treffen mit unseren lieben Freunden von Fehmarn, durfte ich für einen Moment einfach nur durchatmen.
    Doch über all dem schwebt dieser verdammte Samstag. Der Moment, als mein Mann und ein Freund voller Zuversicht versuchten, nur ein kaputtes Teil am T5 zu wechseln, und stattdessen die Diagnose einschlug wie ein Blitz: Motorschaden. In diesem Augenblick zieht sich innerlich alles zusammen. Es ist dieses dumpfe, kalte Gefühl in der Magengrube, wenn man begreift, dass es nicht nur ein Haufen Blech ist, der da streikt. Es sind meine Beine, meine Freiheit, meine Fähigkeit, den Alltag mit drei Kindern, den Hunden, dem Studium und meinem Business zu stemmen. Wenn dieser Motor stirbt, bricht hier draußen auf dem Land das Fundament weg, auf dem ich alles so mühsam balanciere. Man fühlt sich plötzlich erschreckend klein, festgenagelt im Nirgendwo, während die Welt draußen einfach weiterrennt. Es ist ein Gefühl von Ohnmacht, das mich an Momente erinnert, in denen man schreit, aber niemand zuhört – man wird unsichtbar, handlungsunfähig, eine Gefangene der Umstände. Dieses „Festgenageltsein“ ist wie ein Echo aus der Vergangenheit, gegen das ich mich immer gewehrt habe. Ich habe mir geschworen, für meine Kinder eine sichere Welt zu bauen, in der man nicht einfach ignoriert wird oder hilflos zusehen muss, wie alles zerfällt.
    Am schwersten wiegt es für Rosi. Es gibt da draußen wirklich liebe Interessenten, Menschen, die ihr vielleicht das „Für-Immer-Zuhause“ schenken könnten. Aber sie konnten sie noch gar nicht kennenlernen. Der Motorschaden hat uns die Beine weggezogen, und ich verbringe meine Zeit gerade damit, gegen die Uhr zu kämpfen. Ich versuche verzweifelt, die Interessenten bei Laune zu halten, ihnen zu erklären, warum wir gerade nicht kommen können, und sie inständig zu bitten: „Bitte, wartet noch ein bisschen. Seht euch nicht nach einem anderen Hund um.“ Es ist ein Drahtseilakt zwischen Hoffen und Bangen, während man merkt, wie das Interesse im Wind verweht, nur weil man selbst nicht mobil ist. Es zerreißt mir das Herz, sie warten zu sehen, während ich hier festsitze und nur die Sonne beobachten kann, die hämisch auf das kaputte Auto scheint.
    Aber wer mich kennt, weiß, dass Aufgeben für mich keine Option ist. Die Challenge „Goliath gegen David“ läuft weiter, es geht um den 2.000-Euro-Bonus, und ich werde diesen Kampf nicht verloren geben. In diesem Überleben liegt meine größte Rebellion. Während ich also versuche, das logistische Chaos zu bändigen, läuft mein Herzensprojekt „GanzTierisch“ natürlich weiter. Die Oster-Specials sind nun offiziell vorbei, und ich freue mich riesig darauf, dass sich all eure Ostergeschenke morgen auf den Weg zur Post machen. Das Packen dieser Pakete ist für mich gerade fast schon meditativ – ein Stück Normalität inmitten des Sturms. Unsere Logistik für heute steht: Mein Mann ist gerade bei Carglass, um die Frontscheibe des kaputten T5 richten zu lassen – ein letzter Dienst an einem treuen Begleiter, damit er wenigstens mit heilem Blick in den Wiederverkauf gehen kann, auch wenn sein Herz nicht mehr schlägt. Auf dem Rückweg sammelt er die Schwiegermutter ein, unseren Rettungsanker für die Ferienbetreuung der drei Kids, und dann lassen wir das Dorf hinter uns. Wir machen uns auf den Weg nach Berlin. Wir suchen nicht nur ein neues Auto; wir suchen den Weg zurück in die Handlungsfähigkeit, zurück in das Licht. Wir fahren diesem hämischen Sonnenschein entgegen und hoffen, dass er uns den Weg zu einem neuen Kapitel leuchtet. Dass aus diesem Chaos wieder Beständigkeit wächst, mag für manche vielleicht eher unwahrscheinlich klingen – aber ich stehe hier und baue weiter. Drückt uns die Daumen für die Hauptstadt. Wir kommen erst wieder, wenn wir eine Lösung haben.