GanzTierisch_Blog

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Kategorie: Familie und Leben

  • Murmel-Lotto und Bretter-Snacks: Ein ganz normaler Tag im GanzTierisch-Hauptquartier

    ​Manchmal frage ich mich, ob mein Leben eigentlich eine versteckte Kamera-Show ist – und falls ja, dann müssen die Einschaltquoten phänomenal sein. Wer braucht schon Hobbys, wenn man einen Sohn hat, der gestern Morgen in der Notaufnahme den Status als „menschliche Schatzkiste“ beansprucht hat? Zwischen der panischen Angst, dass Bruno vielleicht doch einen Magneten verschluckt haben könnte – der absolute Endgegner jeder Mutter –, und dem täglichen hündischen Irrsinn hilft eigentlich nur noch lautes Lachen, um nicht den Verstand zu verlieren.

    Heute kam dann die Erlösung: In Anlehnung an das Märchen vom Goldesel war Bruno unser ganz persönlicher Metallesel, als die Metallmurmel ganz unspektakulär in der Windel auftauchte. Schatzsuche beendet!
    ​Passend zum restlichen Chaos mussten wir leider auch zwei gescheiterte Versuche wegstecken, unsere Rosi zu vermitteln. Zweimal hieß es „Fast perfekt“, und zweimal wurde am Ende doch nichts daraus. Rosi nimmt es gelassen und besetzt derweil weiterhin das Sofa, als hätte sie dort lebenslanges Wohnrecht, während wir weiter nach dem perfekten Deckel für unser Rosi-Töpfchen suchen.
    ​Während ich also Edelmetall in Windeln suchte und Vermittlungsgespräche führte, mutierte Hündin Trudi zur biologischen Abrissbirne. Sie ist läufig und hat beschlossen, dass physikalische Gesetze für sie nur grobe Empfehlungen sind. Erst gab es den filmreifen Hechtsprung durch die Plexiglasscheibe, um zu ihrem Angebeteten Pumba zu kommen (der kastriert ist, was Trudi aber so sehr interessiert wie mich die Steuererklärung), und als wir das Fenster sicherheitshalber mit Brettern verschraubten, hat sie die Barriere einfach als Ballaststoffquelle betrachtet und aufgegessen. Ich überlege ernsthaft, sie bei einer Abbruchfirma anzumelden, das würde massiv Lohnkosten sparen und sie wäre den ganzen Tag beschäftigt.


    ​Inmitten dieses Chaos herrscht im Garten offiziell Sicherheitsstufe Rot. Littlefoot hat „begleiteten Freigang“ unter strengster Aufsicht, weil er noch nicht kastriert ist und auf keinen Fall zur Hormon-Party darf. Und Rosi? Die findet das alles gar nicht lustig. Sie ist zwar der liebste Hund der Welt, aber ihre Schwester Trudi kann sie absolut nicht leiden – und zwar bis aufs Blut. Sie sitzt draußen im Garten, freudestrahlend und mit der Engelsgeduld einer Auftragskillerin, und wartet nur darauf, dass Trudi wieder einen Fenster-Snack einlegt, um die Familienfehde endlich final auszufechten und ein für alle Mal zu klären, wer hier die wahre Chefin im Ring ist. Da Trudi nun bewiesen hat, dass sie durch Wände gehen kann, ist die Stimmung hier angespannter als in einem Hochsicherheitstrakt. Während ich versuche, den hündischen Boxkampf zu verhindern, nutzt mein Mann im Schlafzimmer seine Superkraft als Nachtschichtler: Er verschläft den Weltuntergang einfach. Er ist zwar physisch anwesend, aber für die Krisenbewältigung etwa so greifbar wie ein Geist und so nützlich wie ein Keks als Türschloss.
    ​Aber es gibt auch Licht am Ende des Chaos-Tunnels! Gestern wurde endlich der Sperrmüll abgeholt, die Einliegerwohnung ist frei und dem großen Durchbruch durch die Wand steht nichts mehr im Weg. Ich frage mich nur noch, ob ich eine Baufirma brauche oder ob Trudi das Loch in der Wand auch eben zwischendurch freifrisst. Dort soll endlich das neue Kinderzimmer für unseren Großen entstehen und das offizielle Büro für GanzTierisch – eine echte Anlaufstelle für Futterberatungen und Bestellungen. Irgendwann wird dort auch Platz für meine Tierheilpraktiker-Praxis sein, sofern ich mein Studium in diesem täglichen Wahnsinn jemals fertig bekomme. Zwischen kaputten Fenstern, Metallmurmeln und zwei Schwestern auf Kriegsfuß bleibt nur Galgenhumor und sehr viel Kaffee. Wie war euer Tag so? Hat sich bei euch auch schon jemand durch die Wand gefressen oder seid ihr heute eher im Team „Langeweile“? Erzählt es mir gern in den Kommentaren.

  • 14.03.2026 Freiheit für eine Kuschelprinzessin: Warum Liebe manchmal Loslassen bedeutet

    Wer Rosi kennt, weiß: Sie ist eine echte Kuschelprinzessin. Eine feine, liebe Seele, die am liebsten ganz nah bei ihren Menschen ist und eine Sanftheit mitbringt, die man einfach gernhaben muss. Doch genau diese wunderbare Art ist es, die mich zu einer Entscheidung gezwungen hat, die nicht aus Traurigkeit, sondern aus tiefer Verantwortung und Liebe zu ihr gewachsen ist.

    In den letzten drei Wochen glich unser Zuhause eher einem Lazarett als einem Familiennest. Drei kranke Kinder gleichzeitig lassen keinen Raum für Nebenschauplätze. In dieser Zeit der absoluten Reduktion wurde der Blick messerscharf für das, was machbar ist – und was diesem wundervollen Lebewesen einfach nicht mehr gerecht wird.

    Die Wahrheit ist unbequem: Trudi vor zwei Jahren zu uns zu holen, war ein Fehler. Es war ein Fehler aus Liebe und Loyalität, um nach dem Tod meiner Mutter die Scherben aufzusammeln und meinen Vater zu entlasten. Doch für Rosi änderte das alles. Sie war die unangefochtene Chefin auf dem Hof, bis die quirlige Trudi einzog. Seitdem sind die beiden Damen wie Feuer und Wasser. Was als Rettung gedacht war, entwickelte sich zu einer Dynamik aus tief sitzender Abneigung und heftigen Auseinandersetzungen.

    Zwei Jahre lang haben wir versucht, diesen Fehler glattzubügeln. Wir haben den Garten geteilt, doch die Realität ist bitter: Rosi lebt seither zwischen zwei Meter hohen Zäunen, die sich quer durch unser Grundstück ziehen. Ein Leben in Korridoren, immer getrennt, oft isoliert. Eine Hündin wie sie sollte nicht hinter Gittern warten müssen, bis sie an der Reihe ist, den Rasen zu betreten. Sie verdient Weite, unbeschwertes Laufen und ein Zuhause, in dem sie nicht durch Zäune von ihrer Familie getrennt ist.

    Hinzu kommt die Sicherheit: Die Beißattacken zwischen den beiden Hündinnen passieren auf einer Höhe, die genau die Köpfe meiner drei Kinder gefährdet. In einem Haushalt mit kleinen Kindern gibt es keinen Raum für solche Kompromisse. Wahre Stärke bedeutet für mich heute, hinzusehen und einzugestehen: Ich schaffe es hier unter diesen Umständen nicht mehr so, wie Rosi es verdient hätte.

    Die Entscheidung, Rosi abzugeben, ist kein Aufgeben. Es ist die Anerkennung ihrer wunderbaren Art. Wir reißen die Zäune in unserem Kopf und in unserem Garten nieder, damit sie woanders wieder ohne Barrieren und ohne den ständigen Stress durch ihre Schwester glücklich sein kann. Es ist ein Akt der Fairness ihr gegenüber – damit sie wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt, die sie als unsere Kuschelprinzessin so sehr liebt. Wir lassen los, damit sie wieder frei atmen und rennen kann.

    Gemüse ist sooo wichtig 😉

    Ein Herzensplatz gesucht

    Genau dafür brauchen wir dich. Rosi verdient das absolute Traumzuhause. Sie wird nicht verkauft – sie darf umziehen. Hier geht es nicht ums Geld, hier geht es um echte Liebe.

    Was uns wichtig ist:

    • 100 Prozent Passgenauigkeit: Wir geben sie nur ab, wenn es absolut passt.
    • Persönliches Kennenlernen: Ich möchte mir ihr neues Zuhause vorher gerne selbst anschauen.
    • Platz für eine Prinzessin: Ein Ort, an dem sie endlich wieder ohne Barrieren am Leben teilhaben kann.

    Solltest du jemanden kennen, oder gar selbst infrage kommen, nimm gerne Kontakt mit mir auf. Es muss zu 100 Prozent passen, damit sie glücklich werden darf.

  • Bruchstücke einer Erschöpfung: Wenn das Atmen zum Kampf wird

    09.02.26


    ​Eigentlich ist mein Blog ein Ort für das Schöne – für die Abenteuer meiner Hunde, für Tipps und glückliche Momente. Aber momentan ist in meinem Leben kein Platz für die Idylle. Da ist nur noch Raum für das nackte Überleben. Ich erzähle euch das, weil ich möchte, dass ihr versteht, warum es still um mich geworden ist. Und ich bitte euch um Verständnis, dass ich gerade keine Leichtigkeit bieten kann.
    ​Das fragile Fundament
    ​Dass ich überhaupt noch hier sitzen und schreiben kann, dass ich jeden Tag wieder losfahren kann, liegt nur an einem Menschen: meinem Mann. Er hat gerade Urlaub und deckt zu Hause den kompletten Alltag ab. Er ist der unsichtbare Halt, der dafür sorgt, dass die Kinder versorgt sind und die Hunde ihr gewohntes Leben behalten. Ohne ihn würde dieses Kartenhaus innerhalb von Sekunden in sich zusammenbrechen. Es ist ein Privileg auf Zeit, das mir die Luft zum Kämpfen verschafft.
    ​Die Angst, die nachts den Atem anhält
    ​Habt ihr schon einmal versucht, für jemanden anderen zu atmen? In den letzten Nächten habe ich genau das getan. Wenn du neben deinem Vater sitzt und das einzige Geräusch im Raum dieses rasselnde, schwere Ringen nach Luft ist. Jeder Atemzug ist ein Sieg, jede Sekunde der Stille eine Qual, die dir das Blut in den Adern gefrieren lässt.
    ​Du sitzt da, die Augen brennend vor Müdigkeit, und starrst in die Dunkelheit. Du willst helfen, willst die Panik aus seinen Augen wischen, wenn die Luftnot ihn packt – aber du kannst nichts tun. Du bist nur der Zeuge seines Kampfes. Diese Ohnmacht ist ein schwarzes Loch, das dich langsam verschlingt.
    ​Der Abschied, der das Herz zerreißt


    ​Und dann wird es Morgen.

    Der Moment, in dem ich vor meinen Kindern stehe und ihnen in die Augen schauen muss, ist der schwerste des Tages.
    ​„Es tut mir leid, mein kleiner Schatz, Mama muss schon wieder los.“
    ​Diesen Satz zu sagen, während man die Enttäuschung in ihren Gesichtern sieht, bricht mir das Herz in tausend Stücke. Ich lasse mein Zuhause zurück, um wieder in den Krieg gegen ein kaputtes System zu ziehen.


    ​Ein System, das wegsieht
    ​Ich habe nach jedem Strohhalm gegriffen, aber einer nach dem anderen ist einfach weggebrochen.
    ​Pflegegrad 1: Ein bürokratischer Schlag ins Gesicht. Eine Einstufung, die so realitätsfern und fahrlässig ist. Der Widerspruch läuft, aber das System lässt sich Zeit.
    ​SAPV-Ablehnung: Schon zwei Tage vor der Notaufnahme kam der nächste Hohn. „Er kann ja wieder gesund werden“, sagten sie. Wer so etwas zu einer Palliativ-Situation bei COPD sagt, hat die Menschlichkeit längst gegen Formulare getauscht.
    ​Die totale Isolation in Greifswald
    ​Vorgestern erreichte der Wahnsinn seinen Höhepunkt. Bevor man mich wegschickte, sah ich dieses alte Ehepaar. Er, 80 Jahre alt, humpelnd, bepackt mit ihrem ganzen Leben in Tüten und Jacken. Und Pfleger Nils stand einfach daneben und sah zu. Keine Geste der Hilfe.
    ​Und ich? Ich bin rausgerannt zum Auto und habe einfach nur noch geheult, völlig aufgelöst. Direkt neben mir putzten Sanitäter ihren RTW. Sie sahen mein verweintes Gesicht, sie sahen meine totale Verzweiflung – und sie putzten einfach weiter. Kein Wort. Kein Blick.
    ​Mit genau diesem Gefühl im Nacken musste ich meinen Vater an diesem empathielosen Ort zurücklassen. Die anschließende Stunde im Auto war die einsamste meines Lebens.


    ​Eine kleine Neuerung & ein großes Danke
    ​Ich danke euch von Herzen, dass ihr diese Lebensphase mit mir teilt. Eure Nachrichten und euer Mitgefühl bedeuten mir viel.
    ​Es gibt eine kleine Neuerung auf meiner Seite: Viele von euch haben sich eine Kommentarfunktion gewünscht. Ta-da, da ist sie nun! Denn wie heißt es so schön:
    ​„Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.“ Ein riesiges Dankeschön an meinen ITler, der das so schnell möglich gemacht hat. Jetzt haben wir hier einen Raum für den Austausch.


    ​Überleben statt digitale Welt
    ​Es ist ansonsten still geworden – im Blog, auf WhatsApp, im Status. Wenn du um das nackte Überleben eines geliebten Menschen kämpfst, verliert die digitale Welt jede Bedeutung. Mein Buch „Eher unwahrscheinlich… oder wie ich lernen musste, erwachsen zu werden“ ist gerade mein einziger Anker. Ich schreibe gegen das Ersticken an.
    ​Ich versuche jetzt, meine Rüstung wieder anzulegen, um weiter zu kämpfen. Zu kämpfen für einen Menschen, der keine eigene Stimme mehr hat.
    ​An alle da draußen, wenn ihr auch mit unsichtbaren Schwertern für die Rechte derer kämpft, deren Kräfte völlig aufgebraucht sind: Bleibt standhaft. Lasst euch nicht wegschicken, lasst euch nicht abwimmeln. Ihr opfert euch auf, und das muss Gehör finden.

    PS.: An der Formatierung arbeite ich noch 😉